Tattoos

Der Tattoo-Trend scheint ungebrochen – etwa jeder Zehnte in Deutschland ist tätowiert, bei den 18 bis 29-Jährigen sogar jeder Vierte. Während früher Tribals am Arm und Schriftzüge auf der Schulter beliebt waren, so sind heute andere Motive angesagt. Optisch bieten sich heute ebenfalls ganz neue Möglichkeiten: Einfarbige, düstere Motive gehören der Vergangenheit an, denn bunte Farben und knallige Tattoos sind voll im Trend. Umso größer sind die Möglichkeiten sich den Wunsch nach einem individuellen Tattoo zu erfüllen.

Die Entscheidung muss also wohl überlegt sein, so soll das Tattoo ein Leben lang gefallen und gut erhalten bleiben. Abgesehen von der Wahl des Motivs gibt es aber einige weitere Dinge, die beim Tätowieren zu beachten sind.

In unserem Beitrag geben wir Ihnen wichtige Informationen, wie Sie sich am besten vorbereiten können und worauf Sie achten sollten.

Vorbereitung und wichtige Überlegungen vor dem Tattoo

Das richtige Tattoo zu finden, ist eine sehr individuelle und persönliche Angelegenheit. Während manche Menschen mehrere Tattoo-Ideen parat haben, haben andere direkt ein konkretes Wunsch-Motiv vor Augen.

Abgesehen von der Wahl des passenden Motivs gibt es einige wichtige Dinge, die im Vorfeld wohl überlegt sein sollen. Zwar bieten moderne Tattoo-Entfernungs-Methoden die Möglichkeit unerwünscht gewordene Motive verschwinden zu lassen, dennoch sollte ein Tattoo im Idealfall eine Entscheidung für das ganze Leben sein und seinem Träger nach Jahren noch gefallen.

Dementsprechend wichtig ist also die Wahl des Tattoo-Studios, in dem das Wunschtattoo gestochen werden soll.

Und auch wenn Tattoos wieder voll im Trend sind – in einigen Berufen sind sie nach wie vor ungern gesehen und können womöglich sogar die berufliche Karriere beeinträchtigen. Dieser Aspekt sollte deshalb unbedingt in die Entscheidungsfindung miteinbezogen werden. In solchen Fällen bietet es sich an das Tattoo an Körperstellen zu platzieren, die im beruflichen Alltag von der Kleidung bedeckt werden.

Seriöse und zuverlässige Tattoo-Studios nehmen sich gerne bereits im Vorfeld Zeit, um ihre Kunden individuell zu beraten. Auf diese Weise können Kunden auch gleich einen ersten Eindruck vom Studio und den Mitarbeitern gewinnen. Denn eine professionelle Ausführung sowie sorgfältig durchgeführte Hygienemaßnahmen sind für schöne, dauerhafte und sichere Ergebnisse unverzichtbar.

Tattoos sicher stechen – Hygiene ist das A und O

Da beim Tätowieren mit Hilfe einer Nadel Farbpigmente unter die Haut gebracht werden, entsteht im tätowierten Bereich eine oberflächliche Wunde. Die Wunde bietet bis zu ihrer vollständigen Heilung Viren, Bakterien und Pilzen eine optimale Angriffsfläche – Hygienemaßnahmen sind deshalb umso wichtiger. Das gilt in erster Linie selbstverständlich für absolute Hygiene während des Stechens. So müssen sämtliche Räume und Arbeitsflächen vorab gründlich desinfiziert werden und alle verwendeten Utensilien noch steril bzw. originalverpackt sein. Ein Blick auf das Mindesthaltbarkeitsdatum der verwendeten Produkte zahlt sich ebenfalls aus. Aber auch danach gibt es einige Dinge auf die zu achten ist, um Infektionen zu vermeiden.

Direkt nach dem Stechen ist der gesamte Bereich des Tattoos leicht gerötet, geschwollen und empfindlich. Das ist völlig normal und zunächst kein Grund zur Beunruhigung. Die Beschwerden ähneln in etwa einem starken Sonnenbrand und klingen relativ schnell selbstständig ab.

Halten die Symptome jedoch einige Tage an, so kann das ein Hinweis auf eine Infektion oder Unverträglichkeit sein. Eine Kontrolle beim Hautarzt ist dann unbedingt erforderlich. Abgesehen vom gesundheitlichen Risiko, das mit einer Infektion verbunden ist, können durch Infektionen und Unverträglichkeiten unschöne Narben entstehen.

Symptome, die für eine Infektion sprechen, können folgende sein:

  • starke Rötung im tätowierten Bereich und darüber hinaus
  • Hitzebildung
  • Schwellung
  • Fieber
  • Eiterbildung
  • Bläschen- oder Pustelbildung
  • extremer Juckreiz

Im Zweifel deshalb immer beim Arzt nachfragen. Lieber einmal öfter, als einmal zu wenig.

Tattoo-Farben – worauf zu achten ist

Beim Tätowieren werden kleinste Farbpartikel mit Hilfe einer feinen Nadel dauerhaft unter die Haut gebracht. Professionelle Tattoo-Studios verwenden beim Tätowieren elektrische Tätowiermaschinen, die die Farbpartikel mit einer Frequenz von etwa 10 000 Stichen pro Minute in die sogenannte Lederhaut (Dermis) einbringen. Anders als in der darüberliegenden Oberhaut (Epidermis) erneuern sich die Zellen der Lederhaut nicht. Die Farbpartikel bleiben in der Lederhaut also dauerhaft erhalten.

Deshalb ist es wichtig im Vorfeld zu klären, welche Zusammensetzung die verwendeten Farben aufweisen. Ähnlich wie bei Tattoos werden auch beim Permanent Make-Up Farbpigmente in die Lederhaut eingebracht, allerdings weniger tief. Das Ergebnis soll einige (wenige) Jahre halten. Wird das Permanent Make-Up aber zu tief gestochen, so besteht die Gefahr, dass die Ergebnisse wie bei anderen Tätowierungen dauerhaft sind.

Die Pigmente der Farben für Tattoos und Permanent Make-Up sind größtenteils unlöslich. Das bedeutet sie können nicht vom Körper abgebaut werden. Zusätzlich enthalten die Farben zu einem  kleinen Teil lösliche Hilfs- und Konservierungsstoffe, die beim Tätowieren in den Blutkreislauf gelangen.

Da die Lederhaut nicht nur von Blutgefäßen, sondern auch von Lymphgefäßen durchzogen ist, werden bereits unmittelbar nach dem Stechen und im Rahmen der Heilung überschüssige Farbpartikel abtransportiert. Selbst nach vollständiger Abheilung werden im Laufe der Jahre einzelne Farbpigmente vom Lymphsystem abgetragen. Unlösliche Farbpigmente können sich dadurch im Körper verteilen bzw. an anderen Stellen ansammeln.

Leider ist bislang nicht geklärt, was mit den dauerhaft eingelagerten Farbpigmenten von Tattoos und Permanent Make-Up im Körper passiert, bzw. welche Auswirkungen diese auf die Gesundheit haben.

Die Tätowiermittel-Verordnung des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz gibt Herstellern vor, welche Stoffe in Deutschland nicht in den Farben enthalten sein dürfen und verlangt, dass alle Produkte mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum versehen werden müssen. Es gibt allerdings kein amtliches Zulassungsverfahren für die Produkte.

Leider lassen sich dadurch Verunreinigungen bei zugelassenen Farben nicht ausschließen: Bei Kontrollen wurden teilweise gesundheitsschädliche Bestandteile in Tattoofarben entdeckt. Neben einer Verunreinigung durch Keime konnten krebserregende sowie allergieauslösende Stoffe nachgewiesen werden. Auch Verunreinigungen durch Schwermetalle wie Blei, Cadmium und Quecksilber wurden vereinzelt festgestellt.

Einige zugelassene Bestandteile der Tattoo-Farben sind dennoch ebenfalls mit Vorsicht zu betrachten. So stehen einige in Tattoo- und Permanent Make-up-Farben zugelassene Bestandteile unter Verdacht das Krebsrisiko zu erhöhen und Allergien auszulösen. Ersteres betrifft vor allem sogenannte PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe).

Ein Stoff, der häufig für allergische Reaktionen nach dem Tätowieren verantwortlich ist, ist Nickel. Gelangt Nickel beispielsweise als Verunreinigung in die Tattoo-Farbe, so lässt sich dies nicht anhand der deklarierten Inhaltsstoffe erkennen. Allergische Reaktionen können dann die unangenehme Überraschung sein. Einige rote Farbpigmente stehen ebenfalls unter Verdacht Allergien auszulösen.

Da es bislang keine offizielle Liste mit ‘sicheren’ Bestandteilen für Tattoo-Farben gibt, weisen zugelassene Tattoo-Farben in vielen Fällen unterschiedliche Zusammensetzungen auf und jedes Studio verwendet Produkte unterschiedlicher Hersteller.   

Kein Wunder also, dass es Verbrauchern schwer fällt den Überblick zu behalten.

Deshalb ist besondere Vorsicht bei der Wahl der Tattoo-Farben bzw. des Tattoo-Studios geboten. Es lohnt sich bereits im Vorfeld beim jeweiligen Tattoo-Studio nach den verwendeten Produkten zu erkundigen und sich anhand der Zusammensetzung ein eigenes Bild zu machen. Seriöse Tattoostudios werden Ihnen gerne  alle Fragen beantworten und Ihnen nähere Informationen zur Verfügung stellen.

Eine Recherche im Europäischen Schnellwarnsystem für gefährliche Produkte (kurz: RAPEX) ist ebenfalls sinnvoll. Dort werden Produkte bzw. deren Bestandteile aufgelistet, die bei einer amtlichen Überwachung als gesundheitsgefährdend eingestuft wurden.

Darüber hinaus ist eine mögliche Belastung der Tattoo-Farben durch Keime nicht außer Acht zu lassen. Das Problem ist, dass sich eine mögliche Keimbelastung nicht erkennen lässt. Umso wichtiger ist es deshalb, bei der Wahl des Tattoo-Studios besonders sorgfältig zu entscheiden. So sollten Tattoo-Farben beim Stechen in kleine Einmalbehälter abgefüllt werden oder Einmal-Farbtuben eingesetzt werden. 

Tattoo entfernen – was ist möglich

Im Laufe der Jahre verändert sich der Körper und dementsprechend bleibt auch das Tattoo nicht von körperlichen Veränderungen verschont. So lässt die Spannkraft der Haut mit zunehmendem Alter nach – erste Fältchen entstehen. Diese können die Optik des Tattoos beeinflussen. Gestochene Linien verschwimmen, werden breiter und wirken weniger definiert als sie es einst waren. Besonders betroffen sind dabei Tattoos an Körperstellen, die häufig bewegt werden. So altern zum Beispiel Tattoos an Händen und Knöcheln schneller als an anderen Stellen. Starke Gewichtsschwankungen können ebenfalls Auswirkungen auf die Tätowierung haben und Sonneneinstrahlung trägt dazu bei, dass Tattoos mit der Zeit verblassen. Davon betroffen sind vor allem bunte Tattoos- nicht selten geht ihre ursprüngliche Leuchtkraft im Laufe der Zeit deutlich verloren, aber auch schwarze Tattoos können mit der Zeit einen Grünstich annehmen.

Sollte ein Tattoo nach einiger Zeit nicht mehr gefallen, so bieten sich mittlerweile verschiedene Methoden Tattoos wirksam zu entfernen. Die beliebteste und effektivste Möglichkeit ist die Tattooentfernung mit dem Laser. Während bis vor einigen Jahren lediglich dunkle Tattoos entfernt werden konnten, so lassen hochmoderne Lasersysteme auch bunte Tattoofarben dauerhaft verschwinden. 

Moderne Laser geben heute besonders kurze Impulse ab mit denen sich Tattoos gut entfernen lassen. Dadurch sind mittlerweile deutlich weniger Sitzungen erforderlich, um Tattoos zu beseitigen. Grundsätzlich gilt aber: Je weiter das Tattoo von der Körpermitte entfernt ist, desto schwieriger wird es das Tattoo zu entfernen. 

Sehen Sie in diesem Video den Ablauf einer Tattooentfernung mit dem Laser. 

Gefällt nur das Motiv des Tattoos nicht mehr, so bietet ein sogenanntes Cover-Up Tattoo eine gute Alternative. Dabei wird das alte Tattoo mit dem Laser so behandelt, dass es stark verblasst. Nach vollständiger Heilung kann dann ein neues Tattoo darüber gestochen werden kann.

Weitere Informationen über Möglichkeiten der Tattooentfernung

Zur optimalen Vorbereitung stellt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft Checklisten zur Tattoo-Vorbereitung zur Verfügung. 

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