Schlank mit Abnehmdrinks?

Abnehmshakes
 

Eine schlanke Silhouette wird in unserer Gesellschaft mit Gesundheit und Vitalität gleichgesetzt. Kein Wunder, dass viele Frauen – und zunehmend auch Männer – ihrer Traumfigur hinterherhetzen. Schwitzte man in vergangenen Zeiten noch im Fitnesscenter und hielt strenge Diäten ein, um die Pfunde purzeln zu lassen, versprechen heutzutage Abnehmdrinks raschen Erfolg. Doch was ist dran, an sogenannten Formuladiäten? Halten sie tatsächlich, was sie versprechen? Und ist es gesundheitlich wirklich unbedenklich, mit Diätpulver Gewicht zu verlieren? Wir haben uns schlau gemacht und verraten Ihnen was tatsächlich dahintersteckt.

Was sind Abnehmdrinks?

Die Formuladiät wurde ursprünglich für stark übergewichtige Menschen entwickelt, um unter ärztlicher Aufsicht möglichst rasch Gewicht zu verlieren. Das ist beispielsweise vor Operationen notwendig oder dient als Anstoß zum kontinuierlichen Gewichtsverlust.

Mittlerweile haben Abnehmdrinks den Markt erobert. Start-ups schießen aus dem Boden und locken potentielle Kunden mit dem Versprechen einer Traumfigur binnen weniger Wochen. Abnehmen mit Shakes ist die Devise und das Konzept geht auf. Von Apotheken über Reformhäuser bis hin zu Drogeriemärkten – Abnehmshakes wandern in beträchtlicher Zahl über die Ladentheken. Doch inwiefern tragen die Pulver, die ganze Mahlzeiten ersetzen sollen, tatsächlich zum dauerhaften Abnehmerfolg bei?

Wie wirken Abnehmshakes?

Das Prinzip der Formuladiät ist simpel: Einzelne Mahlzeiten werden durch Diätpulver ersetzt. Dieses ist in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen wie Erdbeere, Himbeere, Banane oder Kaffee erhältlich und wird mit Wasser oder Milch angerührt. Die Shakes sind äußerst kalorienarm. Dem Körper wird also über mehrere Tage und Wochen bewusst weniger Energie zugeführt, als er verbraucht. Vorausgesetzt sie werden richtig angewendet, lassen Formuladiäten auf diese Weise binnen kurzer Zeit die Pfunde purzeln.

Je nach Anbieter und gewünschtem Effekt, werden zu Beginn meist alle Hauptmahlzeiten durch die Shakes ersetzt. Nach und nach führt man einzelne Mahlzeiten wieder ein. Dabei muss selbstverständlich auf eine entsprechend gesunde und ausgewogene Zusammenstellung des Speiseplans geachtet werden. Länger als drei Wochen sollten Diätpulver ohne ärztliche Absprache zudem nicht zum Einsatz kommen. Und vermutlich ahnen Sie es schon: Ohne langfristige Ernährungsumstellung ist der Gewichtsverlust nicht von dauerhaftem Erfolg gekrönt.

Wie gesund ist Abnehmen mit Shakes?

Abnehmen mit Shakes und das auch noch binnen kürzester Zeit? Das macht misstrauisch und wirft die Frage auf, wie gesund und nachhaltig ein solches Konzept sein mag. Eines vornweg: Die Shakes unterliegen der Diätverordnung. Dadurch soll sichergestellt werden, dass – entsprechende Konstitution sowie Anwendung vorausgesetzt – Mangelerscheinungen oder andere ernsthafte gesundheitliche Auswirkungen in der Regel nicht zu erwarten sind.

Die Zusammensetzung der Abnehmshakes ist also zumindest in der EU strikt geregelt. In den einzelnen Drinks sind demnach vorgeschriebene Mindestmengen an Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten sowie Calcium, Eisen und Vitaminen zu finden. Ebenso sind die Kilokalorien auf einen Wert von aktuell 200-400 pro Mahlzeit limitiert.
Von ‚Abnehmwundern‘ aus dem Ausland ist hingegen abzuraten, sofern die genaue Zusammensetzung bzw. entsprechende Diätverordnung des jeweiligen Landes nicht bekannt sind. 

Was ebenfalls wünschenswert ist und deshalb nicht fehlen sollte, sind exakte Anwendungshinweise auf der Verpackung.

Konkret betrifft das Hinweise bezüglich …

… der genauen Zubereitung.

… einer empfehlenswerten ärztlichen Vorabberatung.

… der zusätzlich notwendigen Flüssigkeitsaufnahme.

… der zwingend nötigen Ernährungsumstellung für dauerhaften Erfolg.

Dass Diätdrinks in vielen Fällen jedoch leider nicht halten, was sie versprechen, zeigen aktuelle Ergebnisse der Zeitschrift Öko-Test auf. (Ausgabe 01/2019)

Formuladiäten im Test

Die Zeitschrift Öko-Test hat Abnehmshakes erst kürzlich (Ausgabe 01/2019) auf Herz und Nieren geprüft und kommt zu einem vernichtenden Ergebnis: Zwei Drittel der insgesamt 14 getesteten Produkte schnitten „ungenügend“ oder „mangelhaft“ ab.

Bedenklich sind vor allem die Inhaltsstoffe. So fanden sich gleich in mehreren Proben Rückstände von Mineralöl und gentechnisch veränderter Soja-DNA. Außerdem sind vermehrt Zusätze wie künstliche Aromen, Vitamine und Mineralstoffe sowie Süßstoffe enthalten. Alles in allem nicht gerade das, was man unter gesunder Ernährung versteht. Zudem gab es auch noch Punkteabzug aufgrund mangelnder Anwendungshinweise.

Abnehmdrinks nicht uneingeschränkt zu empfehlen

Was nicht außer Acht gelassen werden darf: Abnehmdrinks sind für jedermann erhältlich, dabei aber längst nicht für alle Personengruppen geeignet! Vor allem, wenn Formuladiäten ohne ärztliche Absprache auf eigene Faust durchgeführt werden, kann das in manchen Fällen auf Kosten der Gesundheit gehen.

Folgendes sollte man in diesem Zusammenhang bedenken:

  • Manche Abnehmpulver sind für Allergiker (vor allem Birkenpollen-Allergie) aufgrund von Sojazusätzen nur bedingt geeignet.
  • Werden Formuladiäten falsch angewendet, kann es zu einer Mangelernährung kommen.
  • Abnehmshakes sind meist nur geringe Mengen an Kohlenhydraten zugesetzt, was zu Verstopfung führen kann. Daher sollten mindestens 2-3 Liter ungesüßte Flüssigkeit zusätzlich getrunken werden.
  • Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes sowie Problemen mit dem Kreislauf bitte keinesfalls ohne ärztliche Absprache eine Formuladiät starten.

Funktioniert das Abnehmen mit Shakes tatsächlich?

Der Erfolg von Abnehmshakes ist nicht nur von der richtigen Anwendungsweise abhängig, er wird sich darüber hinaus nur dauerhaft einstellen, wenn es zu einer generellen Ernährungsumstellung kommt. Denn als Langzeitlösung sind Diätshakes nicht gedacht.
In der Praxis bedeutet das also: mehr Obst und Gemüse, weniger Fett und Zucker. Zudem ist regelmäßige Bewegung angezeigt. Wird dies nicht beherzigt, schlägt der Jo-Jo-Effekt unbarmherzig zu. Die Wahrscheinlichkeit, im Endeffekt sogar mehr Pfunde auf den Rippen zu haben als vor der Formuladiät, ist dann besonders hoch.

Formuladiäten: Vorteile und Nachteile im Überblick

Hier die Vor- und Nachteile einer Formuladiät nochmals im Überblick:

Vorteile von Abnehmshakes:

  • Die Shakes sorgen bei starkem Übergewicht für schnellen Erfolg.
  • Rasches Abnehmen kann dazu motivieren, die Ernährung dauerhaft umzustellen.
  • Eine Formuladiät lässt sich problemlos im Alltag integrieren, die „Mahlzeiten“ sind schnell zubereitet.

Nachteile von Abnehmshakes:

  • Die Gefahr eines Jo-Jo-Effekts ist besonders hoch.
  • Die Shakes wirken einer gesunden Ernährungsweise entgegen und enthalten in manchen Fällen sogar bedenkliche Inhaltsstoffe.
  • Formuladiäten können zu Verdauungsproblemen und Schwindel führen.
  • Diätpulver bietet kein kulinarisches Erleben und sind zudem eintönig.
  • Bei falscher Anwendungsweise kann es zur Mangelernährung kommen.
  • Abnehmshakes können einigen Personengruppen gefährlich werden. Besonders betroffen sind Allergiker oder Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen.

Abnehmen mit Shakes? Das sind die Alternativen!

Formuladiäten machen dort Sinn, wo es darum geht, bei starkem Übergewicht einen Anstoß zur Gewichtsreduktion zu geben. Ärztlich begleitet, können so die Weichen für eine bewusste und kalorienärmere Ernährungsweise gestellt werden.

In den meisten anderen Fällen ist es nachhaltiger und vor allem gesünder, auf die herkömmliche Vorgehensweise zu setzen. Das bedeutet: die Kalorienaufnahme reduzieren, auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten sowie regelmäßig Sport betreiben. Gut möglich, dass die Kilos dann vielleicht nicht gar so schnell purzeln wollen. Ein dauerhafter Erfolg – ganz ohne entmutigenden Jo-Jo-Effekt – ist auf diese Weise aber um einiges wahrscheinlicher.

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