Aphthen – Ursachen, Symptome und Behandlung

Mundbläschen

 

Nicht viel größer als ein Linse, sorgen sie für Spannungsgefühl, Brennen und Schmerzen im Mundraum – die Rede ist von Aphthen. Die kleinen Schleimhautläsionen sind zwar in der Regel harmlos, werden aber zumeist als sehr unangenehm empfunden. Essen, Trinken, Sprechen oder Zähneputzen, all das fällt bei Mundaphthen schwer.

Folgend möchten wir uns gerne näher mit der Thematik befassen. Was sind Aphthen und welche Formen lassen sich unterscheiden? Sind sie wirklich immer harmlos und wie sieht es mit einer möglichen Ansteckung aus? Auch Ursachen, Diagnose und Therapie von Aphthen nehmen wir in den Blick. Abschließend soll ausgeführt werden, wie sich die unangenehmen Schleimhautläsionen vorbeugen lassen und welche Hausmittel helfen, wenn sie sich doch breitmachen.

Was sind Aphthen?

Der Begriff „Aphthe“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt so viel wie „Schwämmchen“. Das trifft den Nagel durchaus auf den Kopf, denn bei Aphthen handelt es sich um schmerzhafte, kleine Geschwüre im Mundbereich. Mundaphthen zeigen sich als weißliche Flecken an der Schleimhaut, in der Regel sind sie von einer Rötung umgeben.

In den meisten Fällen machen sich die Schleimhautdefekte am Zahnfleisch und den Innenseiten der Wangen bemerkbar, ebenso treten sie an der Zunge sowie der Innenseite der Lippen auf. Auch Aphthen im Rachen oder am Gaumen kommen vor.
Mundaphthen zeigen sich vorwiegend ab dem dritten Lebensjahrzehnt und zählen zu den häufigsten Erkrankungen der Mund- und Rachenschleimhaut im Erwachsenenalter. Wenn sie auch zweifelsohne unangenehm sind, gefährlich sind sie nicht. In den allermeisten Fällen heilen einzelne Aphthen (= solitäre Aphthe) nach etwa ein bis zwei Wochen von alleine wieder ab. Doch auch eine Rezidivbildung ist möglich. In dem Fall kommt es im Laufe eines Jahres immer wieder zu den unliebsamen und schmerzhaften Schleimhautläsionen.

Aphthen: Welche Formen lassen sich unterscheiden?

Minor-Aphthen (Mikulicz-Aphthen):

In 80-90 Prozent aller Fälle handelt es sich um Minor-Aphthen. Darunter versteht man etwa 0,5-1 cm große, oberflächliche Schleimhautläsionen. Nach etwa einer Woche klingen die unangenehmen Symptome ab, nach einer weiteren Woche, heilt die Minor-Aphthe in der Regel spontan und vollständig ab. Zu einer Narbenbildung kommt es hier in der Regel nicht. Betroffene leiden häufig unter ein bis vier Minor-Aphthen gleichzeitig.

Major-Aphthen (Sutton-Aphthen):

Major-Aphthen erreichen eine Größe von bis zu 3 cm und dringen tief ins Gewebe ein. Das führt dazu, dass sie viel schwerer abheilen, in manchen Fällen zieht sich der Heilungsprozess über Wochen. Auch Narbenbildungen sind nicht selten. In der Regel treten ein bis zwei Major-Aphthen gleichzeitig auf.

Herpetiforme Aphthen (Stomatitis herpetiformis)

Diese Form der Mundaphthen ist überaus selten. Schleimhautverletzungen sind in großer Anzahl vorhanden und jeweils von der Größe eines Stecknadelkopfes. Hauptsächlich treten sie an den Lippen und am Zungenrand auf. Solche Aphthen erinnern an Herpes, eine tatsächliche Verwandtschaft mit dem Virus besteht aber nicht.

Mundaphthen: Symptome

Eine Aphthe mag zwar unangenehm und häufig sogar sehr schmerzhaft sein, doch sie ist absolut harmlos. Entgegen hartnäckiger Gerüchte sind Mundaphthen auch nicht ansteckend. Die Schleimhautläsionen werden symptomatisch behandelt.

Neben der schon beschriebenen äußeren Erscheinungsform, machen Aphthen durch folgende Anzeichen auf sich aufmerksam:

  • Brennen, Kribbeln und Spannungsgefühl an der betroffenen Stelle
  • Rötung, Knötchenbildung sowie sichtbarer Schleimhautdefekt
  • Schmerzen beim Kauen, Trinken, Schlucken, Sprechen, Essen oder Zähneputzen
  • Das Wohlbefinden wird spürbar beeinträchtigt

Wie entstehen Aphthen?

Wie und warum Aphthen entstehen, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Verschiedene Faktoren können das Auftreten der unliebsamen Schleimhautläsionen jedoch begünstigen. Zudem sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Generell treten die milchigen Flecken an der Mundschleimhaut verstärkt ab etwa 20 Jahren auf und auch rezidivierende (= wiederkehrende) Formen sind keine Seltenheit. Kinder hingegen sind eher weniger von Mundaphthen betroffen. Leiden sie doch einmal an einer solchen Schleimhautläsion, ist diese vermutlich durch mechanische Reizung (Fläschchen, Zahnbürste, Zahnspange …) bedingt.

Aphthen: Ursachen und Risikofaktoren

Wenngleich die Ursache von Aphthen wissenschaftlich noch nicht gänzlich geklärt ist, kann man davon ausgehen, dass unterschiedliche Faktoren zusammenspielen. Vor allem mechanische Reizungen sowie Immunreaktionen des Körpers sind hier zu nennen. Doch auch hormonelle und genetische Ursachen sind nicht unwahrscheinlich. Nach bisherigem Stand der Forschung lässt sich sagen, dass weder Viren noch Bakterien für die Entstehung von Mundaphthen verantwortlich sind.

Aphthen: Ursachen im Überblick

  • Hormonschwankungen
  • schwaches Immunsystem
  • Stress und psychische Belastung
  • genetische Disposition
  • mechanische Reizung im Mundbereich (etwa durch Zahnersatz, Zahnbürste oder Zahnspange)
  • mangelhafte Zahnhygiene
  • Nährstoffmängel (Zink, Eisen, Folsäure, Vitamin B12)
  • Medikamente (etwa spezielle entzündungshemmende Wirkstoffe)
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten beziehungsweise -empfindlichkeit (Tomaten, Nüsse, Zitrusfrüchte,…)
  • spezielle Erkrankungen (zum Beispiel HIV-Infektion, Glutenunverträglichkeit, Morbus Crohn,…)

Mundaphthen: Wann ist ein Arztbesuch sinnvoll?

Keine Frage, Aphthen sind unangenehm, doch in den meisten Fällen heilen sie von selbst wieder ab. Leiden Sie erstmalig an einer Aphthe, ist es sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen, damit eine mögliche andere Erkrankung sicher ausgeschlossen werden kann. Zudem kann der Arzt Medikamente verschreiben, die die Symptome lindern. Auch wenn starke Schmerzen auftreten, die Läsionen tiefgehend sind, Mundaphthen immer wiederkehren oder bestehende Aphthen nicht von selbst abheilen, ist der Besuch beim Arzt anzuraten.
Der Arzt stellt die Diagnose anhand der Anamnese, bestehender Symptomatik sowie einer Untersuchung des Mundraumes. Mundaphthen lassen sich recht deutlich als solche erkennen.

Aphthen behandeln

Mundaphthen werden symptomatisch behandelt. Das heißt, es geht in erster Linie darum, Schmerzen zu stillen und so Symptome erträglich zu machen. Mittel gegen Aphthen finden in Form von Salben, Tinkturen, Gelen oder Spülungen Anwendung. Als Mundspüllösung oder mit einem Wattestäbchen direkt auf die betroffenen Stellen aufgetragen, haben Medikamente vor allem betäubende, schmerzlindernde und keimtötende Wirkung. Sie nehmen den Schmerz und mindern das Risiko einer Superinfektion durch Keimvermehrung. Auch pflanzliche Extrakte sind bei Aphthen wirkungsvoll. So kommen Salbei, Kamille, Myrrhe, Nelken oder Rhabarberwurzel zum Einsatz. In besonders schweren und hartnäckigen Fällen von Mundaphthen finden kortikoidhaltige Medikamente Anwendung. Meist ist eine lokale Anwendung ausreichend, in seltenen Fällen kann allerdings eine systemische Therapie angezeigt sein. In der Regel heilen Aphthen gut aus. 

Was hilft gegen Aphthen?

Neben der symptomatischen Therapie tragen weitere Maßnahmen dazu bei, Mundaphthen erträglicher zu machen. Auch Hausmittel können helfen. Eine Auswahl von Empfehlungen lesen Sie folgend:

  • Der Verzicht auf Lebensmittel, die Schmerzen verursachen, ist ratsam. Meiden Sie daher scharfe Gewürze, Säuren, wie beispielsweise Säfte , Zitrusfrüchte oder Essig. Auch Alkohol sowie unangenehm harte und reizende Lebensmittel wie Zwieback sollten vermieden werden.
  • Nach dem Essen ist es sinnvoll, den Mund auszuspülen
  • Eine gute Mundhygiene ist bei Aphthen besonders wichtig. Das verhindert, dass sich Krankheitserreger ausbreiten.
  • Manche Hausmittel können die Heilung beschleunigen. So wirkt Honig antiseptisch, seine Wirkung entfaltet er in Kombination mit Kurkuma besonders gut. Mischen Sie dazu einen Teelöffel Honig mit etwas Kurkuma, tragen Sie ihn auf die Aphthe auf und lassen ihn für etwa 15 Minuten einwirken. Auch Spülungen mit Teebaumöl (fünf Tropfen auf ein Glas Wasser, 2-3 Mal/täglich spülen) sowie Salbeitee (mehrmals täglich spülen) wirken entzündungshemmend und sorgen dafür, dass Aphthen schneller abheilen.
  • Kleine Eiswürfel im Mundraum wirken betäubend und lindern so Schmerzen.

Aphthen vorbeugen: Das können Sie tun

Gründe für Mundaphthen sind kaum konkret festzustellen und können ausgesprochen vielfältig sein. Das macht es nicht unbedingt einfach, den Schleimhautdefekten entgegenzuwirken. Ein starkes Immunsystem ist aber in jedem Fall sinnvoll, um Aphthen vorzubeugen. Vier Säulen sollten Sie hier im Blick haben: genügend Schlaf, gesunde Ernährung sowie ausreichend Bewegung und Entspannung. Treten Aphthen gehäuft auf, empfiehlt es sich zudem, genau darauf zu achten, ob eventuell spezielle Lebensmittel Auslöser sein könnten.

Aphthen sind Läsionen im Mundraum und in der Regel völlig harmlos. Sie zählen zu den häufigsten Erkrankungen der Mund- und Rachenschleimhaut bei Erwachsenen und sind entgegen mancher Annahme nicht ansteckend. In den meisten Fällen heilen Mundaphthen innerhalb von zwei Wochen vollständig ab, Komplikationen treten selten auf. Die Therapie erfolgt symptomatisch in Form schmerzlindernder und entzündungshemmender Medikation. Manche Pflanzen und Hausmittel unterstützen den Heilungsprozess, zudem kann ein starkes Immunsystem Aphthen vorbeugen.

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