Fußpilz – Ansteckung, Symptome und Behandlung

Fußpilz

Er juckt und schuppt – und ist für rund ein Drittel aller Deutschen ein bekanntes Ärgernis: Fußpilz. Lesen Sie im Folgenden unter anderem, wie Sie Fußpilz vorbeugen und warum es im Fall des Falles wichtig ist, bei den ersten Symptomen zu handeln.

Fußpilz – Auslöser und Formen

Haupterreger für Fußpilz sind kleine Fadenpilze, die sogenannten Dermatophyten. Übersetzt aus dem Griechischen bedeutet dies so viel wie „Hautpflanzen“. Bei Fußpilz sind meist die Erreger Trichophyton rubrum oder Epidermophyton floccosum Auslöser. Beide ernähren sich von Keratin und können sowohl die Haut als auch die Nägel befallen.

Über Sporen verbreiten sie sich weiter – Fußpilz ist also ansteckend. Je nach Ort und Form der Symptome unterscheiden wir drei Formen:

Am häufigsten verbreitet ist die Interdigital-Mykose. So bezeichnen wir den Fußpilz-Befall in den Zehenzwischenräumen. Besonders oft ist die Haut zwischen dem dritten und vierten sowie dem vierten und fünften Zeh betroffen.

Verhornender Fußpilz macht sich meist erst an den Fersen und den Zehenballen, also auf der Fußsohle bemerkbar. Viele Betroffene verwechseln die Symptome mit Hornhaut oder trockener Haut. Insbesondere bei Diabetikern kann dies gefährlich werden. Denn wer betroffenen Hautstellen mit einem Hornhautraspel zu Leibe zu rückt, riskiert Wunden, die bei Zuckerkranken nur schlecht wieder heilen. Mit der Zeit kann der verhornende Fußpilz sich über die Seiten bis auf den Fußrücken ausbreiten. Experten bezeichnen diese Form auch als squamös-hyperkeratotischen Fußpilz oder „Mokassin-Mykose“.

Fußpilz mit Bläschen ist die seltenste Form und wird auch vesikulös-dyshidrotischer Fußpilz genannt. Zu den Symptomen zählen kleine Bläschen an den Seiten der Fußsohlen und im Fußgewölbe. Sie verursachen starken Juckreiz und Spannungsgefühle.

Fußpilz: Diagnose

Zwar unterscheiden sich die Symptome je nach Pilz und Ort des Befalls, doch wer juckende Hautrötungen am Fuß bemerkt, sollte dies nicht auf die leichte Schulter nehmen. Neben Rötungen und Juckreiz kann es zu Schuppen und Verfärbungen kommen: Trichophyton rubrum zeichnet sich beispielsweise durch eine samtig weiße Oberfläche aus. Die Haut kann nässen und Blasen bilden.
Im weiteren Verlauf breitet der Pilz sich aus, auf der betroffenen Haut ansiedelnde Bakterien können einen unangenehmen Geruch verursachen. Betroffene sollten bei erstem Verdacht auf Fußpilz gegensteuern. Früh behandelt, ist der Fußpilz am besten zu bannen.

Vereinbaren Sie am besten einen Termin bei Ihrem Hausarzt – bei Bedarf kann dieser Sie an einen Dermatologen überweisen. Auch chronisch Kranke wie Diabetiker oder Immunschwache sollten einen Haus- oder Hautarzt aufsuchen, sobald sie Symptome der Erkrankung bemerken. Bei Bedarf kann der Experte eine Wood-Lampe einsetzen, um einen Pilz von anderen Hautreaktionen zu unterscheiden. Hilfreich für eine erfolgreiche Therapie ist das Bestimmen des jeweiligen Erregers. Bei Pilzbefall wird der Arzt mittels schmerzfreier Abschabung eine kleine Probe der Hautstelle entnehmen und eine Pilzkultur anlegen. So lässt sich genau bestimmen um welche Art Pilz es sich handelt.

Komplikationen: vom Fuß- zum Nagelpilz

Zwar sind Fuß- und Nagelpilz zwei unterschiedliche Erkrankungen. Doch gilt ein unbehandelter Fußpilz als häufigste Ursache für Nagelpilz, den Experten Onychomykose nennen. Nagelpilz ist hartnäckig: Aufgrund des langsamen Nagelwachstums ist eine Behandlung meist langwierig.
Ist neben dem Nagel auch das Nagelhäutchen betroffen, ist eine rein äußerliche Therapie nicht erfolgsversprechend, da sich der Nagel beim Nachwachsen immer neu infiziert. Beim Nagelpilz kann darum eine orale Einnahme von Antimykotika in Form von Tabletten notwendig sein. Aber auch das Lasern von Nagelpilz hat sich als wirkungsvolle und nebenwirkungsarme Behandlungsmethode etabliert.

Weitere Informationen zur Behandlung von Nagelpilz

Vor allem bei Diabetikern sind bakterielle Infektionen, die Fußpilz begünstigt, eine gefürchtete Komplikation. Auch schmerzhafte Wundrosen können in Folge entstehen. Schließlich können Betroffene weitere Hautstellen infizieren: Trotz der Bezeichnung „Fußpilz“ können die Sporen auch in weiteren Bereichen wie unter Hautfalten oder in der Leistenregion Symptome auslösen. Wer sich beispielsweise an von Fußpilz betroffenen Stellen kratzt und anschließend ins Gesicht fasst, kann den Pilz übertragen.

Risikofaktoren bei Fußpilz

Mit dem Alter steigt zwar das Risiko, Fußpilz zu bekommen. Doch auch junge Menschen erkranken, wenn ihre Füße den Erregern in feucht-warmem Klima ausgesetzt sind. Gemeinschaftliches Duschen, von Gruppen genutzte Sportmatten und Schwitzen in engen Schuhen zählen zu den Risikofaktoren. Darum sind auch Sportler sehr häufig von Fußpilz betroffen.
Je mehr angesteckte Personen, desto mehr Sporen sind im jeweiligen Umfeld zugegen. Auch chronisch Kranke sowie Menschen mit einem geschwächten Immunsystem zählen zu den Risikogruppen. So leiden rund zwei Drittel der Profifußball-Spieler unter Fußpilz – ebenso wie rund zwei Drittel der Diabetiker. Für Diabetiker gilt: Je schlechter der Blutzucker eingestellt ist, desto größer die Gefahr. Weitere Risikofaktoren, die Fuß- und Nagelpilz begünstigen, sind drückende Schuhe oder Fehlstellungen der Füße.

Weitere Informationen zu Fußpilz bei Sportlern

Therapie bei Fußpilz

Wer bei ersten Symptomen eingreift und dem Pilz mit entsprechenden Mitteln zu Leibe rückt, wird ihn meist schnell wieder los. Bei leichten Symptomen reichen äußere Antimykotika in Form von Gel, Salbe, Puder, Spray oder Creme gegen Fußpilz. Allerdings ist weiterhin Geduld gefragt: Eine Therapie dauert nach Abheilen der Symptome mindestens drei Wochen, häufig länger. Betroffene sollten sich darum unbedingt an die Packungsbeilagen der jeweiligen Hersteller beziehungsweise die Anweisungen ihres Arztes halten.

Bei großflächigem Fußpilz-Befall oder Nagelpilz, der das Nagelhäutchen einschließt, sollte der Pilz zusätzlich von innen bekämpft werden. Der Arzt verordnet entsprechende Tabletten. Der Wirkstoff Terbinafin ist sowohl für die äußere Anwendung als auch in Tablettenform erhältlich und stört den Aufbau der Pilzzellen. Weitere zum Einsatz kommende Wirkstoffe sind Itraconazol sowie für die Anwendung auf der Haut Clotrimazol, Bifonazol und Miconazol. Alle Wirkstoffe sind als Breitband-Antimykotika gegen verschiedene Pilzarten wirksam.
Von alternativen Hausmitteln gegen Fußpilz ist abzuraten. Das vermeintliche Fußbad gegen Hautpilz mit Salz oder Apfelessig weicht die Haut auf und kann im ungünstigen Fall sogar zur Verbreitung des Erregers beitragen.

Weitere Informationen zu den verschiedenen Therapiemöglichkeiten bei Fußpilz

Nicht nur das konsequente Auftragen oder Einnehmen von Mitteln gegen Fußpilz ist wichtig – auch die Hygiene trägt zum Erfolg der Therapie bei. Wer unter Fuß- oder Nagelpilz leidet, sollte seine Socken nach jedem Tragen bei 60 Grad waschen. Sinnvoll ist ein eigenes Handtuch für den betroffenen Fuß, das nach jeder Nutzung ebenfalls bei 60 Grad zu waschen ist. Auch Badematten oder sonstige Textilien, die mit den Füßen in Kontakt kommen, sollten entsprechend gereinigt werden.
Ausdauer ist entscheidend für den Therapie-Erfolg. Besonders bei Nagelpilz ist mit einer mehrmonatigen Therapiedauer zu rechnen. Ansonsten kann der Pilz zurückkommen – und Sie beginnen wieder bei null. Auch die folgenden Tipps zur Vorbeugung helfen, bereits vorhandenen Fußpilz in die Schranken zu weisen.

Tipps: Fußpilz vorbeugen

  • Barfuß gehen ist der beste Schutz vor Fußpilz, denn es verhindert das feucht-warme Klima, in dem die Pilze sich wohlfühlen. Schon kleine Barfußeinheiten zuhause helfen. Achtung: Dies gilt nicht für Personen, die bereits Fußpilz haben – sie können so andere anstecken.
  • Vermeiden Sie Feuchtigkeit am Fuß. Achten Sie auf Baumwollsocken und atmungsaktives, bequemes Schuhwerk. Trocknen Sie die Füße nach dem Duschen oder Baden immer gut ab – auch in den Zehenzwischenräumen.
  • In Schwimmbädern und Gemeinschaftsduschen sind die klassischen Badelatschen beliebt. Leider können durch aufspritzendes Wasser dennoch Sporen an die Haut kommen. Befinden sich Sporen in der Sandale, steigt die Infektionsgefahr im Vergleich zum Kontakt mit Sporen auf Kacheln sogar an. Sinnvoll sind Sandalen oder Pantoffeln jedoch in Hotelzimmern. Übrigens: Die typischen Desinfektionsvorrichtungen in Schwimmbädern bieten keinen zuverlässigen Schutz. Im Gegenteil – das bloße Aufsprühen des Mittels kann gegen Pilze nichts ausrichten. Zusätzlich enthalten die meisten Desinfektionsmittel sogenannte Aldehyde, die die natürliche Hautflora und damit den Säureschutzmantel der Haut angreifen und Allergien auslösen. Ein weiterer Nachteil: Gerade diese Desinfektionsvorrichtungen werden von vielen Menschen barfuß aufgesucht, das Risiko mit Pilzsporen in Kontakt zu kommen, ist hier also besonders hoch. 
  • Eine 60-Grad-Wäsche tötet Pilzsporen auf Textilien wie Socken, Handtüchern und Bettdecken zuverlässig. Empfindliche Textilien können Sie mit einem speziellen Pilz-Waschmittel reinigen.
  • Fördern Sie die Durchblutung der Füße mit Wechselbädern, Massagen und Bewegung.
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