Hilfe bei perioraler Dermatitis

Therapie bei perioraler Dermatitis

Plötzlich auftretende Rötungen und kleine, brennenden Pusteln im Gesicht: Die periorale Dermatitis ist für viele Betroffene sehr unangenehm. Zwar ist die, auch als Mundrose bezeichnete Hauterkrankung, meist harmlos, allerdings löst sie bei vielen Betroffenen einen starken Leidensdruck und Schamgefühl aus. Mitten im Gesicht, rund um die Mundpartie, sind die geröteten und schuppigen Areale nur schwer zu verstecken. 

Wie es zu der entzündlichen Hauterkrankung im Gesicht kommt, wer besonders häufig betroffen ist und was Sie tun können, um einer perioralen Dermatitis vorzubeugen, erfahren Sie in unserem Beitrag. 

Symptome einer perioralen Dermatitis

Typisches Symptom der Erkrankung ist der charakteristische Ausschlag: Die Gesichtshaut ist diffus gerötet, leicht schuppig und wirft manchmal Bläschen. Diese bezeichnen Dermatologen auch als „Papeln“. Optisch erinnert die Dermatitis an ein Ekzem. Da es sich dabei jedoch um eine andere entzündliche Hauterkrankung handelt, ist diese Bezeichnung nicht korrekt. Tritt der Ausschlag um den Mund herum auf, bleibt ein schmaler Rand rund um die Lippen, der nicht betroffen ist. Weil die Erkrankung einer Gürtelrose ähnelt, kursiert parallel die Bezeichnung „Mundrose“. Diese Bezeichnung vernachlässigt allerdings den möglichen Befall anderer Gesichtspartien: Eine periorale Dermatitis kann auch rund um Nase auftreten, sie wird dann als perinasale Dermatitis bezeichnet. Auch rund um die Augenpartie kann es zu diesem Hautausschlag kommen.

Betroffene klagen zudem häufig über Brennen, mäßige Schmerzen sowie Spannungsgefühle im betroffenen Bereich. Einige empfinden mehr oder weniger starken Juckreiz. Obwohl die periorale Dermatitis eine harmlose Erkrankung ist, bei der es zu keinen nennenswerten Komplikationen kommt, verursacht sie häufig einen großen Leidensdruck. Mitten im Gesicht lässt sich die rötliche Hautveränderung schwer verdecken und beeinträchtigt dadurch bei vielen das Selbstbewusstsein.

Krank durch Pflege? Ursachen der perioralen Dermatitis

Leider sind die genauen Ursachen für den lästigen Hautausschlag bislang nicht geklärt. Dermatologen gehen mittlerweile von einem Zusammenspiel verschiedener Faktoren aus. Neben einer genetischen Disposition spielt dabei das Anwenden von fettenden Pflegecremes oder Kosmetikartikeln die wichtigste Rolle. Denn diese führen bei den Betroffenen zu einer Überpflege der Haut. Es kommt zu Irritationen und schließlich zu einer Störung der natürlichen Barrierefunktion: Die Haut trocknet aus. Aufgrund des unangenehmen Hautgefühls greifen die Betroffenen häufiger zu Tiegel und Tuben – und setzen einen Teufelskreis in Gang.

Doch eine Überpflege ist nicht die alleinige Ursache für die Erkrankung. Auch das Einnehmen oder Absetzen der Antibaby-Pille, fluoridhaltige Zahnpasta sowie Stress oder eine Pilzinfektion stehen im Verdacht, das Ausbrechen einer perioralen Dermatitis zu begünstigen. Taucht der Hautausschlag auf, kommen oftmals bakterielle Entzündungen hinzu. Eine Konsultation beim Dermatologen ist also empfehlenswert, um andere Hauterkrankungen und Infektionen auszuschließen und eine angemessene Therapie zu verordnen.

Wer ist besonders häufig von perioraler Dermatitis betroffen?

Geschätzte sechs Prozent aller Frauen in hautärztlicher Behandlung leiden unter perioraler Dermatitis. Vor allem Patientinnen zwischen dem 16. und 50. Lebensjahr zählen dazu. Nicht ohne Grund ist die periorale Dermatitis auch unter dem Namen „Stewardessen-Krankheit“ bekannt. Denn eine Stewardess bzw. Flugbegleiterin steht für den Frauentyp, der besonders häufig erkrankt: top gepflegt und täglich geschminkt. Außerdem greift diese Berufsgruppe wegen der trockenen Luft in Flugzeugen häufiger zu fettenden Cremes, die den Ausbruch der Krankheit begünstigen.
Männer sind seltener von einer perioralen Dermatitis betroffen. Allerdings verzeichnen Dermatologen in den letzten Jahren eine leichte Zunahme männlicher Patienten mit „Mundrose“. Ein möglicher Grund ist einleuchtend: Immer mehr Männer greifen auch gerne zu Hautpflegeprodukten und verwenden Sonnencreme, um ihre Haut vor UV-Strahlung zu schützen. Passt die Creme nicht zum Hauttyp, kann sie eine Dermatitis fördern.

Kinder und orale Dermatitis

Auch Kinder – vor allem Jungen – können unter dem Ausschlag leiden. Vereinzelt können sogar Säuglinge betroffen sein, meist liegt das durchschnittliche Erkrankungsalter bei Kindern jedoch bei sechs Jahren.
Ursache ist wie bei Erwachsenen auch hier oft durch Überpflegung irritierte Haut. Verwenden Sie darum auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnittene Pflegeprodukte. Dabei gilt: So viel wie nötig, so wenig wie möglich! Wenn Ihr Kind trockene Hautpartien hat, greifen Sie nicht gleich zu fettigen Cremes. Sprechen Sie lieber Ihren Kinderarzt oder Dermatologen bei nächster Gelegenheit darauf an. Er wird Ihnen eine zum Hauttyp Ihres Kindes passende Creme empfehlen.

Diagnose der perioralen Dermatitis

Wenn Sie der Verdacht beschleicht unter perioraler Dermatitis zu leiden, sollten Sie einen Hautarzt aufsuchen. Ein erfahrener Dermatologe kann meist schon mittels Blickdiagnose erkennen, ob es sich bei einem Hautausschlag im Gesicht um eine Dermatitis oder um eine andere Erkrankung wie beispielsweise Rosazea, Akne oder Neurodermitis handelt. Auf diese Weise können auch Pilzinfektionen ausgeschlossen werden.
Nicht nur die Haut steht dabei im Mittelpunkt: Auch eine Besiedelung des Magen-Darm-Trakts mit Hefepilzen (Candida) zählt zu den möglichen Faktoren, die die Erkrankung begünstigen können.

Sie müssen übrigens keine Sorge vor Ansteckung haben, die periorale Dermatitis gehört nicht zu den übertragbaren Hautkrankheiten.

Geduldsspiel: Therapie bei perioraler Dermatitis

Eine Periorale-Dermatitis-Behandlung erfordert viel Geduld. Sie richtet sich nach der Schwere der Erkrankung. In manchen Fällen wird der Hautarzt die „Nulltherapie“ verordnen. Die Patienten lassen bei diesem Ansatz sämtliche fettende Pflegeprodukte weg. Meist verschlimmert sich das Hautbild nach einigen Tagen. Doch dann hat die Haut eine echte Chance, wieder ins natürliche Gleichgewicht zu finden.

Alternativ verschreibt der Hautarzt ein Antibiotikum in Gel- oder Salbenform. So wirkt beispielsweise Metronidazol antibakteriell und entzündungshemmend. Bei der Anwendung auf der Haut agiert der Wirkstoff als Elektronenfänger. Auf diese Weise kann er bestimmte Vorgänge stoppen, die die Haut schädigen. Azelainsäure und Erythromycin gehören ebenfalls zu den möglichen Helfern.

In wenigen Fällen verordnet der Arzt eine orale Therapie in Form von Tetracyclinen. Wer unterstützend zu Naturheilmitteln greifen möchte, kann feuchte Schwarztee-Beutel auf die entzündeten Partien legen. Sprechen Sie dies aber unbedingt mit Ihrem Hautarzt ab.

Nach Beginn der Therapie ist ein wenig Geduld gefragt. Es dauert meist einige Tage, bis die ersten Verbesserungen sichtbar sind. Bis die Haut sich vollständig erholt, können vier bis acht Wochen vergehen.

Vorsicht bei Kortison-Cremes bei perioraler Dermatitis

Aufgrund des Juckreizes und der rötlichen Papeln im Gesicht greifen viele Betroffene zunächst zur Kortisoncreme. Dabei ist dieser Ansatz gerade bei der perioralen Dermatitis vollkommen verkehrt: Während kortisonhaltige Cremes bei vielen Hauterkrankungen hilfreich sind, bewirken sie bei einer perioralen Dermatitis das Gegenteil: Sie drängen die Entzündung kurzfristig zurück, doch die Haut gewöhnt sich an die enthaltenen Glucocorticoide. Wenn Betroffene die Creme absetzen, kehrt die Entzündung meist schwerwiegender zurück. Kortisonhaltige Pflegeprodukte gehören daher zu den Risikofaktoren, die den Ausbruch der Erkrankung begünstigen.

Kann die periorale Dermatitis erneut auftreten?

Leider kann der Hautausschlag im Gesicht bei entsprechender Veranlagung erneut erscheinen. Bei einigen Patienten verläuft die Erkrankung chronisch, flammt also immer wieder auf. Allerdings ebben die Ausschläge ab der Menopause oftmals ab. Wer von chronischer perioraler Dermatitis geplagt wird, kann einiges tun, um vorzubeugen. Wichtig: Hören Sie auf die Signale Ihres Körpers!

Tipps: einer Dermatitis im Gesicht vorbeugen

Um einem (erneuten) Hautausschlag vorzubeugen, ist es wichtig, seinen Hauttyp professionell bestimmen zu lassen. Wenn Sie keine periorale Dermatitis, aber trockene Haut haben, wählen Sie Ihre Pflegeprodukte nach Rücksprache mit Ihrem Dermatologen aus. Wer bereits von den Hautausschlägen betroffen war, sollte versuchen, individuelle auslösende Faktoren zu erkennen. Bei manchen Frauen ist die Erkrankung zyklusgebunden, andere reagieren auf bestimmte Nahrungsmittel oder abhängig von der Jahreszeit.

Folgende Tipps helfen Ihnen dabei, Ihre Haut vor übermäßiger Pflege zu schützen und einer Dermatitis vorzubeugen:

  • Pflegeprodukte auf die individuellen Hautbedürfnisse abstimmen
  • nur so wenig und so viel Pflege wie nötig anwenden (nicht Überpflegen)
  • sanfte Pflege- und Reinigungsprodukte verwenden
  • Dermatologen kontaktieren
  • kein Kortison anwenden
  • bei wiederkehrenden Symptomen Hauttagebuch führen (um Auslöser zu erkennen)

Periorale Dermatitis ist vor allem eins: sehr lästig! Wer jedoch die Risikofaktoren kennt, kann den Ausschlag im Gesicht meist gut im Zaum halten. Wichtig ist auf die Signale des Körpers zu achten und Auslöser zu meiden. So unterstützen Sie ihn dabei, wieder in Balance zu kommen.

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