Office Eye Syndrom – Symptome, Ursachen und Behandlung

Sie arbeiten viel am Bildschirm oder starren täglich stundenlang auf Displays? Ihre Augen sehnen sich schon am Nachmittag nach Erholung? Gut möglich, dass Sie das Office-Eye-Syndrom haben.

Was ist das Office-Eye-Syndrom?

„Office-Eye-Syndrom“ können wir mit „Büro-Augen-Syndrom“ übersetzen. Entsprechend verstehen wir hierunter verschiedene Augenprobleme, die typischerweise nach längerer Arbeit am Bildschirm entstehen. Auch wenn die Bezeichnung Office-Eye-Syndrom vielen unbekannt ist, leiden rund 80 Prozent der Menschen, die täglich mehrere Stunden am Bildschirm verbringen, zumindest teilweise unter den zugehörigen Beschwerden.

Ursachen für das Office-Eye-Syndrom

Nomen est omen: Ein typischer Büroarbeitsplatz begünstigt das Office-Eye-Syndrom. Schauen wir genauer hin:

Augen-Stress: Bildschirmarbeit

Der Blick auf einen PC-Monitor oder ein anderes Display ist für unsere Augen viel anstrengender als ein Spaziergang im Grünen. Aber warum belastet Bildschirmarbeit die Augen? Wir schauen lange Zeit starr nach vorne, ohne dabei zu blinzeln. Doch wenn sich das Blinzeln auf unter zehn Mal pro Minute reduziert, trocknen die Augen aus.

Nicht nur der auf den Monitor gebannte Blick wirkt sich negativ auf die Augen aus. In Büros herrschen oft ungünstige Lichtbedingungen. Blaulicht aus den Monitoren kann diese noch verstärken. Ist die Luft im Büro zu trocken – durch Heizung, Klimaanlage oder Ventilator – trocknen die Augen schneller aus.

Während der Corona-Pandemie haben die durchschnittlichen Bildschirmstunden pro Tag für viele Menschen zugenommen: Video-Konferenzen statt „echten“ Meetings, Homeschooling und der Wegfall von Präsenzveranstaltungen an Unis tragen viel dazu bei, dass wir mehr an PC und Laptop sitzen. Freizeit bietet unseren Augen nicht unbedingt mehr Entspannung: TV und Gaming nach Feierabend oder Chatten in sozialen Netzwerken verlängern den Arbeitsalltag für unsere Augen.

Weitere mögliche Ursachen für das Office-Eye-Syndrom:

  • zu lange getragene Kontaktlinsen
  • Zugluft
  • trockene Heizungsluft
  • Krankheiten wie Diabetes, Rheuma, Rosazea.

Selten: Funktionsstörung der Meibom-Drüsen

Weitaus seltener als durch Büroarbeit tritt das Office-Eye-Syndrom in Folge von nicht ausreichend funktionierenden Meibom-Drüsen auf. Diese Drüsen feuchten das Auge mit einer öligen Flüssigkeit an, die dafür sorgt, dass der Tränenfilm nicht so schnell verdunstet. Menschen, die eine – meist genetisch bedingte – Fehlfunktion der Meibom-Drüsen haben, können dies durch Augentropfen sowie regelmäßige Augenspülungen ausgleichen.

Office-Eye-Syndrom: Symptome

Zu den typischen Beschwerden rund um das Office-Eye-Syndrom gehören:

  • brennende Augen
  • juckende Augen
  • Trockenheitsgefühl
  • Kontaktlinsenunverträglichkeit
  • Lichtempfindlichkeit
  • gerötete Lidkanten

Bei Kontaktlinsenträgern können diese Symptome ausgeprägter sein.

Ist das Office-Eye-Syndrom gefährlich?

Die Beschwerden stammen von einem mangelnden Tränenfilm. Die Augen sind zu trocken, was konkret bedeutet: Die Hornhaut ist zu trocken. Eine trockene Hornhaut wiederum bietet Verletzungen eine gute Angriffsfläche. Winzige Staubpartikel kann das Auge schlechter abspülen, sie können zu Reizungen und Verletzungen der Hornhaut führen. Auch Bakterien haben leichteres Spiel und können im Auge zu einer Bindehautentzündung führen. Trockene Augen sollten Betroffene ernst nehmen, bevor es ernst wird.

Trockene Augen – wann zum Arzt?

In vielen Fällen können Sie mit kleinen Veränderungen im Alltag selbst die Beschwerden verbessern. Wer jedoch eine Bindehautentzündung hat, sollte einen Augenarzt aufsuchen. Auch wenn die Beschwerden sich nach mehreren Wochen nicht bessern, sollten Sie einen Experten um Rat fragen.

Tipps: So beugen Sie dem Office-Eye-Syndrom vor

Sie möchten vorbeugen oder leiden bereits unter Anzeichen für trockene Augen? Folgendes können Sie gegen das Office-Eye-Syndrom tun:

Augenfreundliches Raumklima

Ein gesundes Raumklima tut nicht nur den Augen, sondern auch Ihrer Haut gut – und verbessert die Konzentrationsfähigkeit. Tipps für ein besseres Raumklima:

Pflanzen: Pflanzen erhöhen auf natürliche Weise die Luftfeuchtigkeit. Ein Klassiker fürs Büro ist zum Beispiel die Grünlilie, die darum auch den Namen „Beamtenpalme“ trägt.

Klimaanlage und Co.: Ventilatoren und Klimaanlagen reduzieren die Luftfeuchte. Im ungünstigsten Fall kommt dabei Zugluft an Ihren Arbeitsplatz. Klimaanlage und Ventilatoren sollten entsprechend eingestellt sein. Tipp: Mittlerweile gibt es elektrische Luftbefeuchter, die gleichzeitig kühlen.

Lüften: Anstatt den ganzen Tag das Fenster zu kippen, sollten Sie jede Stunde einige Minuten stoßlüften.

Arbeitsplatz ergonomisch einrichten

Zu einem ergonomisch eingerichteten Arbeitsplatz gehören nicht nur ein individuell eingestellter Tisch und Stuhl, sondern auch die richtige Position des Bildschirms. Der Monitor sollte dabei nicht parallel zum Fenster stehen. Denn dies führt entweder zu ungünstigen Kontrastverhältnissen oder, wenn das Fenster in Ihrem Rücken ist, zu unangenehmen Spiegelungen. Positionieren Sie den Schreibtisch so, dass der Monitor im rechten Winkel zum Fenster steht. Der Abstand zwischen Ihren Augen und dem Monitor sollte mindestens 50, besser noch 60 cm oder mehr betragen. Die Augen sollten ungefähr auf gleicher Höhe mit dem oberen Bildschirmrand liegen. Ein etwas nach unten gerichteter Blick auf den Monitor entlastet die Augen.

Beleuchtung

Wir haben bereits erwähnt: Ein zu starkes Kontrastverhältnis ist ungünstig für die Augen. Optimale Lichtbedingungen bietet Tageslicht. Reicht das Tageslicht nicht mehr aus, wird die Umgebung dunkler als der Monitor – der Kontrast also größer. Verwenden Sie dann nicht zu grelles Licht – beispielsweise über indirekte Beleuchtung in Form einer Deckenlampe.

Augen bewegen

Blinzeln: Ein Post-it mit der Aufschrift „Blinzeln“ am Monitor wird Sie im Arbeitsalltag daran erinnern, häufiger zu blinzeln. Dadurch trocknen die Augen weniger aus. Ideal wäre es, alle drei Sekunden zu blinzeln (20 Lidschläge/Minute).

Bewusste Blicke: Entspannen Sie die Augen, indem Sie wann immer möglich den Blick schweifen lassen. Schauen Sie zum Beispiel beim Telefonieren aus dem Fenster oder auf weit entfernt stehende Gegenstände. Auch das Schließen der Augen entspannt diese.

Augengymnastik: Workout für die Augen? Halten Sie den Kopf gerade und schauen Sie von der Decke zum Boden, von rechts nach links. Oder fahren Sie mit den Augen eine imaginäre Acht in der Luft nach. Schon nach wenigen Sekunden merken Sie, wie Ihre Augen sich entspannen.

Optimaler Durchblick

Wer kurz- oder weitsichtig ist, sollte eine Brille oder Kontaktlinsen tragen. Für PC-Arbeit kann eine spezielle PC-Brille angebracht sein – lassen Sie sich hierzu von Ihrem Augenarzt oder Optiker beraten. Kontaktlinsen sind für Augen mit Office-Eye-Syndrom ein weiterer Stressfaktor. Wer auf Linsen nicht verzichten will, sollte Folgendes beachten:

  • Kontaktlinsen abends entfernen – so kann das Auge vor dem Schlafen „atmen“
  • weiche Linsen nie länger als vom Hersteller empfohlen tragen
  • Kontaktlinsen gründlich reinigen
  • besonders sauerstoffdurchlässige Linsen wählen (Arzt oder Optiker fragen).

Weitere Informationen zur richtigen Kontaktlinsenhygiene

Wie gut helfen Augentropfen gegen trockene Augen?

Augentropfen können die Feuchtigkeit im Auge wiederherstellen und den fehlenden Tränenfilm ersetzen. Darum sind Sie eine gute Hilfe für alle, die im Büro mit trockenen Augen kämpfen. Sie können vorbeugend oder bei ersten Beschwerden zum Einsatz kommen. Achten Sie darauf, bei Hornhautproblemen Augentropfen ohne Phosphate zu verwenden. Denn diese können gereizte Augen zusätzlich aus der Balance bringen. Ihr Augenarzt kann Ihnen Augentropfen für den täglichen Einsatz empfehlen, die am besten zu Ihren Augen und Lebensumständen passen.

Gute Aussichten für Büroaugen

Trockene, brennende Augen am Arbeitsplatz – das muss nicht sein! Mit ein paar kleinen Veränderungen können Sie rund ums Office-Eye-Syndrom viel bewirken. So entlasten Sie Ihre Augen im Alltag. Bei starken Beschwerden ist allerdings der Augenarzt der richtige Ansprechpartner. Augentropfen und spezielle Salben können Ihnen wieder zu unbeschwertem Durchblick verhelfen.

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