Pap-Test – Was sagt er aus?

Pap-TestKeine Frage, der Pap-Test ist ein wichtiges Instrument im Rahmen der Krebsvorsorge, hat er doch maßgeblich dazu beigetragen, Gebärmutterhalskrebs zurückzudrängen. Doch wie funktioniert der Test eigentlich genau und was sagt der Pap-Befund aus? Was passiert bei einem auffälligen Ergebnis? Und was hat die HPV-Impfung mit der Thematik zu tun? Im vorliegenden Artikel gehen wir diesen Fragen auf den Grund.

Was ist der Pap-Test?

Beim Pap-Test wird Zellmaterial zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) untersucht. Der Pap-Abstrich wird im Rahmen der gynäkologischen Kontrolluntersuchung aus dem Bereich des Muttermundes sowie aus dem Gebärmutterhalskanal entnommen. Im Rahmen des Krebsfrüherkennungsprogrammes ist die Durchführung in Deutschland für Frauen ab 20 Jahren einmal jährlich kostenfrei möglich. Der Name geht übrigens auf den griechischen Arzt George Papanicolaou zurück, der die Methode 1928 erstmals vorstellte. Andere geläufige Bezeichnungen für den Pap-Test sind Krebsfrüherkennungszytologie oder Krebsvorsorge-Abstrich.

Wie funktioniert der Pap-Test?

Um einen Pap-Abstrich vornehmen zu können, führt der Gynäkologe ein Spekulum in die Scheide ein und entfaltet sie. Mit einem Spatel beziehungsweise einem kleinen Bürstchen werden vorsichtig Zellen aus dem Bereich des Muttermundes (Portio) sowie aus dem Gebärmutterhalskanal (Zervikalkanal) entnommen. Das Zellmaterial wird auf Glasplättchen aufgebracht, fixiert und haltbar gemacht. Der Abstrich vom Gebärmutterhals beziehungsweise Muttermund wird anschließend ins Labor geschickt, wo ein Zytologe die Untersuchung der Zellen vornimmt. Um die Beurteilung zu erleichtern, färbt man das Abstrichmaterial im Vorfeld ein.
Zellveränderungen, sogenannte Dysplasien, können Aufschluss über Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs geben.

Der Pap-Abstrich selbst dauert nur wenige Sekunden und geht in der Regel schmerzfrei vonstatten, wenngleich ihn manche Frauen als unangenehm empfinden. Innerhalb von rund einer Woche erhält der Gynäkologe den Pap-Befund. Ist das Ergebnis unauffällig, ist ein neuerlicher Abstrich erst wieder nach einem Jahr notwendig.

Warum ist der Pap-Abstrich so wichtig?

Nur wenige Augenblicke dauert der Pap-Abstrich und doch kommt ihm große Bedeutung zu. Der Pap-Test ist ein wesentliches Instrument, um verändertes Zellgewebe frühzeitig zu erkennen und deshalb für die Krebsvorsorge und -bekämpfung von immenser Wichtigkeit.
Seit die Pap-Befundung im Rahmen des gesetzlichen Krebsvorsorgeprogramms in gynäkologische Praxen Einzug gehalten hat, ist die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs in der Bevölkerung zurückgegangen. War diese Krebsart noch in den 70er-Jahren die häufigste Krebserkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane überhaupt, ist sie mittlerweile deutlich abgeschlagen. Zugleich ist die Sterblichkeitsrate erheblich gesunken. Zellveränderungen, die auf Gebärmutterhalskrebs beziehungsweise dessen Vorstufen schließen lassen, können mit dieser einfach durchzuführenden Untersuchung gut beurteilt werden. Zudem ist das Verfahren relativ kostengünstig.

Regelmäßig angewendet, stellt der Pap-Test demnach ein gutes und sicheres Instrument dar, Zellveränderungen frühzeitig zu erkennen und entsprechend darauf reagieren zu können. Somit kann gewährleistet werden, dass sich Krebsvorstufen erst gar nicht zu einem invasiven Karzinom entwickeln, beziehungsweise Gebärmutterhalskrebs in einem möglichst frühen Stadium entdeckt und behandelt wird.

Welches Ergebnis kann der Pap-Test haben?

Beim Ergebnis des Pap-Abstrichs unterscheidet man fünf verschiedene Stufen, die mit den römischen Ziffern I-V ausgewiesen werden. Seit Juli 2014 wird die neue Münchner Nomenklatur III angewendet. Hierbei werden die fünf Pap-Test Stufen nochmals unterteilt und durch die Buchstaben a, p, g, e und x ergänzt.

Man sollte stets im Hinterkopf behalten, dass ein auffälliger Pap-Befund nicht gleichbedeutend mit einer Krebsdiagnose ist. Hier kommt es in der Praxis immer wieder zu Verunsicherungen, denn viele Patientinnen wissen erst nichts mit dem Ergebnis anzufangen und machen sich womöglich unbegründete Sorgen.
Der Pap-Test gibt Aufschluss über Zellveränderungen, zum Beispiel durch Entzündungen, KANN aber auch auf Krebs(-vorstufen) hindeuten. Genaueres muss allerdings stets mit Hilfe weiterführender Untersuchungen abgeklärt werden.

Abstrich Gebärmutterhals: die Ergebnisse des Pap-Tests

Befund Pap 0

Der Zellabstrich konnte im Labor nicht beurteilt werden und ist daher zu wiederholen. In der Regel passiert das aus technischen Gründen.

Befund Pap I

Beim Befund Pap I sind die Zellen völlig unauffällig, eine Kontrolle ist erst wieder in einem Jahr notwendig. In der Praxis ist das bei Frauen über 20 Jahren ein recht seltener Befund, da leichte entzündliche Veränderungen am Zellmaterial bei sexueller Aktivität häufig vorkommen.

Befund Pap II

Das Ergebnis Pap II gilt noch als Normalbefund. Im Labor wurden leichte entzündliche Veränderungen am Zellmaterial festgestellt. Wenn auch meist Keime die Ursache für vereinzelte Zellveränderungen sind, ist in vielen Fällen keine spezielle Behandlung notwendig. Über eine eventuelle Therapie mit Vaginalzäpfchen oder Salben entscheidet der Facharzt.

Je nachdem, welche Zellen von den entzündlichen Prozessen betroffen sind, finden weitere Klassifizierungen (Pap II-p, Pap II-g oder Pap II-e) statt. Es können selten auch weiterführende Untersuchungen zur Absicherung des Normalbefundes notwendig werden (HPV-Test und bei einem positiven Ergebnis eventuell auch eine Scheidenspiegelung).

Pap II-a bedeutet, dass der Befund zwar unauffällig ist, es aber in der Vergangenheit Auffälligkeiten gab (Anamnese). Hier entscheidet der Arzt individuell über die weitere Vorgehensweise, zum Beispiel kann die nächste Abstrichuntersuchung vorgezogen werden.

Befund Pap III

Im Labor wurden zwar keine Krebszellen gefunden, allerdings mehr Zellveränderungen als bei Pap II. Auch hier kann – je nach betroffenen Zellen – weiter in Pap III-p, Pap III-g, Pap III-e oder Pap III-x unterteilt werden. Die auffälligen Veränderungen sind durch die Laboruntersuchung allein nicht eindeutig zu bestimmen. Ergebnisse könnten auch durch eine nicht gut erhaltene Zellprobe bedingt sein. Daher wird der Gynäkologe im Falle dieses Pap-Befundes nach einer Wartezeit von etwa drei Monaten einen Test auf HPV durchführen. Ist dieser negativ, dann reicht ein neuerlicher Pap-Abstrich nach zwölf Monaten aus. Liegt allerdings eine HPV-Infektion vor, wird in der Regel eine Kolposkopie (Scheidenspiegelung) durchgeführt. Dabei kann Gewebe entnommen werden, um mehr Zellmaterial für eine neuerliche Beurteilung der Zellveränderungen zur Verfügung zu haben.

Befund Pap IIID

Der Pap-Befund Pap IIID ist von Pap III abzugrenzen. Hier liegen eindeutige Dysplasien vor (Veränderungen der Schleimhautzellen). Wenngleich der Befund keine Krebsdiagnose darstellt (Krebszellen liegen nicht vor), kann er Hinweise auf Krebsvorstufen liefern. Weitere Kontrollen beziehungsweise Untersuchungen sind, je nach Schwere des Befundes, angezeigt. Man unterscheidet bei dieser Pap-Test Stufe zwischen Pap IIID1 (leichte Dysplasien, neuerlicher Abstrich beziehungsweise HPV-Test nach drei Monaten empfohlen) und Pap IIID2 (stärkere Ausprägung der Dysplasien, zeitnahe Scheidenspiegelung ist ratsam).
Auch ein Pap-Befund IIID ist noch kein Grund zu übermäßiger Sorge. Gerade bei jüngeren Frauen bilden sich solche Veränderungen im Gewebe oft ganz von allein zurück.

Befund Pap IV

Bei diesem Pap-Befund ist die Wahrscheinlichkeit stark erhöht, dass tatsächlich Krebsvorstufen oder auch Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium vorliegt. Weitere Untersuchungen (Scheidenspiegelung mit Gewebeentnahme) sind angezeigt.

Befund Pap V

Wenngleich auch der Pap-Befund V noch keine Krebsdiagnose darstellt, ist eine folgende Krebsdiagnose wahrscheinlich, da im Gewebematerial Zellen eines bösartigen Tumors nachgewiesen werden konnten. Weiterführende Untersuchung ist in jedem Fall eine Scheidenspiegelung mit größerer Gewebeentnahme.

Pap-Befund: Ab wann ist er auffällig?

Wie die vorherigen Ausführungen deutlich machen, zeigt der Pap-Befund ab Stufe III Auffälligkeiten, denen es nachzugehen gilt. Ob der Pap-Abstrich nach einer Wartezeit von etwa drei Monaten erneut durchgeführt wird und/oder weitere Untersuchungen wie beispielsweise ein HPV-Test oder eine Scheidenspiegelung mit Gewebeentnahme notwendig sind, ist vom jeweiligen Befund, Alter der Patientin sowie der individuellen Vorgeschichte abhängig. Generell ist auch ein auffälliger Befund nicht zwingend Grund zur Sorge, da Dysplasien vor allem bei jungen Frauen nicht selten sind und sich häufig von selbst wieder zurückbilden.

Senkt die HPV-Impfung das Risiko für Gebärmutterhalskrebs?

Das HP-Virus (ausgelöst durch Humane Papillomviren) gilt als Risikofaktor für Gebärmutterhalskrebs. Zwar führt eine Viruserkrankung nicht zwangsläufig zu einer Krebserkrankung, jedoch entstehen Dysplasien sehr häufig durch eine Infektion mit HP-Viren. Das erklärt, weshalb bei auffälligen Befunden oftmals ein HPV-Test durchgeführt wird. Bei jungen Frauen unter 30 Jahren ist eine akute HPV-Infektion ein gängiger Grund für Zellveränderungen, Dysplasien heilen allerdings häufig spontan aus. Fällt bei älteren Frauen der HPV-Test positiv aus, könnte das jedoch auf eine chronische Infektion hindeuten und die Zellveränderungen müssen genauer untersucht werden.

Bisher ist der HPV-Test zur Früherkennung im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen der gesetzlichen Kassen nicht inbegriffen. Das bedeutet, er ist privat zu zahlen beziehungsweise wird er nur dann übernommen, wenn er notwendig ist, um auffällige Befunde abzuklären. Anfang 2020 könnte sich das jedoch ändern: Für Frauen ab 35 Jahren ist dann nämlich eine Kombination aus Pap-Abstrich und HPV-Test vorgesehen.

In diesem Zusammenhang ist auch die HPV-Impfung als Möglichkeit, das Risiko von Gebärmutterhalskrebs zu senken, immer wieder im Gespräch. Die Impfung wird für Kinder, Jungen und Mädchen, zwischen neun und dreizehn Jahren empfohlen und bietet Schutz vor verschiedenen HP-Virusstämmen. Damit verringert sie das Risiko von Gewebeveränderungen am Gebärmutterhals und somit automatisch jenes von Krebsvorstufen. Einen vollständigen Schutz bietet die Impfung allerdings nicht, da sie nicht gegen sämtliche HP-Viren immunisiert. Unabhängig von der Impfung ist also ein jährlicher Pap-Test für Frauen über 20 Jahren in jedem Fall zu empfehlen.

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