Giftstoffe im Tee

Tee ist als Getränk sehr beliebt: Er gilt als gesund, ist wohltuend und durstlöschend. Je nach Sorte verspricht er auch eine beruhigende und entspannende oder anregende Wirkung.

Vor allem, wenn es draußen ungemütlich und kalt ist, freuen wir uns über einen heißen, aromatisch duftenden Tee. Nach Wasser ist Tee hierzulande auch das am meisten konsumierte Getränk – pro Jahr trinkt jeder Deutsche im Schnitt 28 Liter Tee.

Und obwohl das kalorienarme Getränk so beliebt ist, ist gleichzeitig seit Längerem bekannt, dass in einer Vielzahl an Tees giftige Stoffe nachgewiesen werden konnten.

Welche das sind, welche Teesorten besonders betroffen sind und was Sie beachten sollten, erfahren Sie in unserem Beitrag.

 

 

 

Welche schädlichen Rückstände wurden in Tees gefunden und wie gelangen sie dorthin?

In den letzten Jahren wurden regelmäßig Tests durchgeführt, die untersuchten, ob und inwieweit Tees von Schadstoffen belastet sind.  So haben beispielsweise Ergebnisse der Stiftung Warentest, von Öko-Test, aber auch Studien, des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ergeben, dass viele Teesorten teilweise deutlich belastet sind. Auch Bio-Tees waren betroffen. Besonders wird dabei allerdings vor sogenannten Pyrrolizidinalkaloiden (PA) gewarnt.

Pyrrolizidinalkaloide sind sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe. Sie werden von bestimmten Pflanzen, vornehmlich Wildkräutern, wie Jakobskreuzkraut und Greiskraut, aber auch Huflattich, Margerite oder Vergissmeinnicht, zur Abwehr gegen Fraßfeinde gebildet. Wachsen diese Pflanzen gemeinsam mit den Teekräutern auf einem Feld, werden sie womöglich unbemerkt mitgeerntet und gelangen so in die Teemischung.

Ein weiteres Problem stellt Glyphosat dar. Es ist Bestandteil von Unkrautvernichtungsmitteln und konnte bereits in verschiedenen (Getreide) Produkten nachgewiesen werden. Auch beim Anbau von Tee wird Glyphosat auf die beschnittenen Teepflanzen gesprüht, wodurch der Unkrautvernichter letztendlich auch in unserer Teetasse landet.

In einigen Teesorten wurde außerdem der Stoff Anthrachinon gefunden. Dieser Stoff wird nach der Aussaat verwendet, um Vogelfraß zu verhindern und kann aufgrund der Verbrennungsprozesse beim Trocknen des Tees als Verunreinigung in den Tee geraten.

Häufig sind in Tees zudem auch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), gefunden worden. Die Teepflanzen nehmen die Schadstoffe aus ihrer Umwelt auf. Auch der Trocknungsprozess, der bei einigen Teesorten Teil des Veredelungsprozesses ist, kann die Schadstoffbelastung erhöhen. So wird die Trocknung vieler Tees über fossilen Brennstoffen durchgeführt, die eine zusätzliche Belastung bedeuten.

Aber auch Mineralöl-Rückstände wurden in Tees vermehrt entdeckt. Diese sind dann in den Kartonverpackungen enthalten, wenn sie aus recyceltem Papier, das zuvor mit Farben auf Mineralölbasis bedruckt war, hergestellt wurden. Es ist noch nicht lange bekannt, dass die Mineralöle aus diesen Verpackungen innerhalb von nur wenigen Stunden die direkten Verpackungen der Tees durchdringen. Somit genügt also schon der Transport vom Erzeugerland nach Deutschland, um den Tee damit zu verunreinigen. Auch später, beim Verkauf im Einzelhandel, werden die Tees in Kartons aus recyceltem Papier in den Regalen aufbewahrt.
Eine weitere Quelle für Verunreinigungen mit Mineralölen in Tees ist die Verwendung von Schmiermitteln, zum Beispiel für die Erntemaschinen. Während des Erntevorgangs kann es dann vorkommen, dass der Tee mit den Schmiermitteln in Kontakt kommt.

Welche Teesorten sind besonders betroffen?

Von den Belastungen mit Pyrrolizidinalkaloiden (PA) sind vor allem Kamillentees betroffen. Der Grund: Zwischen den hochwachsenden Kamillenpflanzen fallen die Wildkräuter kaum auf, zumal sich die Blütenköpfe von Kamille und Greiskraut sehr ähneln.
Allerdings sind nicht nur Kräutertees mit PA belastet, auch in verschiedenen Sorten von Grünem und Schwarzem Tee fanden sich gehäuft deutlich zu hohe PA-Werte.

Weniger gefährdet in diesem Zusammenhang ist dagegen Fencheltee: Zwischen den gleichförmig aussehenden Fenchelsamen fallen die Wildkräuter viel deutlicher auf und können noch aussortiert werden. Früchtetees sind frei von PA.

Mit Anthrachinon waren in Tests dagegen vor allem Schwarztees belastet, darunter auch Bioprodukte.

Welche Auswirkungen haben die Schadstoffe im Tee auf die Gesundheit?

Pyrrolizidinalkaloide erwiesen sich bei Tierversuchen als krebserregend und erbgutschädigend und Experten gehen davon aus, dass sie auch beim Menschen Krebserkrankungen verursachen können. Die bei sehr hohen Dosen des Stoffes leberschädigende Wirkung, die bis zur Leberzirrhose führen kann, ist bereits belegt.
Da Pyrrolizidinalkaloide wasserlöslich sind, ist außerdem damit zu rechnen, dass sie vollständig in den Tee-Aufguss übergehen. Daraus ergibt sich für alle, die häufig hochbelasteten Tee trinken, ein Gesundheitsrisiko  – und das mit jeder einzelnen Tasse.

Es konnte zwar bisher nicht nachgewiesen werden, dass Glyphosat für den Menschen giftig ist, mit  bestimmten Zusatzstoffen versehen, steht es jedoch im Verdacht, das Erbgut zu schädigen.

Auch Anthrachinon gilt als krebserregend. Laborversuche ergaben zudem, dass es zu rund einem Drittel in den Tee-Aufguss übergeht.

Gleiches gilt für PAK und Mineralöl-Rückstände – auch sie werden mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht. Da diese Stoffe aber schwer wasserlöslich sind, gelangen sie kaum in den Tee-Aufguss. Eine Ausnahme bildet dabei jedoch der Pulvertee Matcha: Da werden die giftigen Stoffe vollständig mitgetrunken.

Auch wenn der Gehalt jeder der oben aufgeführten giftigen Stoffe bei Tests unter den gesetzlich festgelegten Grenzwerten lag, lässt sich langfristig ein Gesundheitsrisiko durch einige der Schadstoffe nicht ausschließen. Außerdem ist derzeit noch unbekannt, wie sich ein gemeinsames Vorkommen verschiedener giftiger Stoffe auf die Gesundheit auswirkt.
Hinzu kommt: Der hohe Einsatz von Pflanzenschutz- und Insektenvernichtungsmitteln ist nicht nur für den Verbraucher bedenklich, sondern ebenso für die Umwelt, zahlreiche Tierarten und, nicht zuletzt, für die Teepflücker auf den Plantagen!

Warum sollten auch aromatisierte Tees mit Vorsicht genossen werden?

Künstliche Aromastoffe, zum Beispiel in Tees, haben meist einen viel intensiveren Geschmack als natürliche Aromen. Das Problem dabei: Die Geschmacksnerven gewöhnen sich schnell an das sehr intensive Aroma, sodass natürlich aromatisierte Lebensmittel daneben eher fad und langweilig schmecken bzw. riechen. Es wird befürchtet, dass durch aromatisierte Lebensmittel unsere Geschmacksnerven beeinträchtigt und uns natürliche Lebensmittel geschmacklich nicht mehr überzeugen könnten.

Wie kann man sicherstellen, schadstofffreien Tee zu trinken?

Da die Tees in der Regel unterschiedlich stark belastet sind, empfiehlt sich für alle, die häufig Tee trinken, sowohl Hersteller als auch Sorte immer wieder einmal zu wechseln und auch nicht ausschließlich Kräutertee, Schwarzen oder Grünen Tee zu konsumieren. Empfehlenswert ist es auch, die regelmäßig durchgeführten Tests von renommierten Verbrauchermagazinen zu verfolgen.
Hilfreich kann es ebenso sein, auf das Herkunftsland des Tees zu achten. Zum Beispiel kommt Grüner Tee in der Regel aus China, wo Pestizide weit großzügiger versprüht werden als beispielsweise in Indien.
Wer auf den Verzehr künstlich hergestellter Aromen in Tees verzichten möchte, sollte die jeweiligen Zutatenlisten genau lesen. Die Stichworte „künstliche Aromen oder der Hinweis “aromatisiert” bedeuten, dass dem Tee chemisch hergestellte Aromen zugesetzt wurden.

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