Zucker reduzieren – Wie sinnvoll sind alternative Süßungsmittel?

High Corn Fructose Syrup

 

Zucker zu reduzieren liegt im Trend. Immer mehr Menschen achten auf bewussten Zuckerkonsum und greifen vermehrt zu (vermeintlich) gesundem Zuckerersatz. Vor allem natürliche Alternativen zum Haushaltszucker gelangen in den Fokus. Ob Agavendicksaft, Ahornsirup, Honig, Kokosblütenzucker oder Stevia – Zuckeralternativen bevölkern den Markt. Doch halten sie, was sie versprechen?

Zucker reduzieren – immer mehr im Trend

Zucker zu reduzieren, das liegt schon seit einiger Zeit im Trend. Ernährungsbewusste Menschen meiden Produkte, denen viel Zucker zugesetzt ist – beziehungsweise greifen sie vermehrt zu Zuckeralternativen. Als gesunder Zuckerersatz erfahren alternative Süßungsmittel reißenden Absatz. Doch woher kommen die immer stärker werdenden Vorbehalte gegen raffinierten Haushaltszucker?

Hier spielt wachsendes Gesundheitsbewusstsein durchaus eine große Rolle. Zu hoher Zuckerkonsum wirkt sich ungünstig auf viele Stoffwechselprozesse aus und kann langfristig Schaden anrichten. Neben anderen Faktoren begünstigt Zucker im Übermaß verschiedene Erkrankungen. Dabei ist er als Übeltäter gar nicht so leicht zu entlarven. So versteckt sich Zucker in vielen industriell hergestellten Lebensmitteln, ohne dass man das vermuten würde. Als günstiger Füllstoff sowie Geschmacksverstärker ist er nämlich überaus beliebt. Ohne sich dessen bewusst zu sein, konsumiert man auf diese Weise Zucker nicht selten in Massen statt in Maßen und übersteigt damit schnell die empfohlene Tagesration an Zucker.

Genau hier setzt das Prinzip der Zuckerreduktion an: Es geht darum, sich bewusst zu machen, in welchen Lebensmitteln reichlich Zucker vorhanden ist. Erst dann kann tatsächlich eine Reduktion stattfinden. In diesem Zusammenhang boomt – vermeintlich – gesunder Zuckerersatz. Auf den süßen Geschmack möchte man in vielen Fällen nämlich nicht zur Gänze verzichten.

Wie ungesund ist Zucker wirklich?

Jahrzehntelang galt Fett als Krankmacher schlechthin. Mittlerweile rückt diesbezüglich vor allem Zucker in den Fokus. So kann zu hoher Zuckerkonsum zu einer ganzen Reihe schwerwiegender Erkrankungen führen. Hier sind vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht bis hin zu Adipositas sowie Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes zu nennen. Doch auch Karies und – neueren Studien zufolge – bestimmte Krebserkrankungen können durch Zucker begünstigt werden.

Die Dosis macht hier das Gift. Nachdem Zucker vielen Lebensmitteln zugesetzt ist, wird er häufig unbewusst konsumiert. Das führt dazu, dass der süße Füllstoff in unseren Breiten oftmals in großen Mengen konsumiert wird – mit entsprechenden gesundheitlichen Folgen. Der vermehrte Zuckerkonsum ist also nicht unbedingt nur ein Problem Einzelner, sondern durchaus auch ein gesellschaftliches – entsprechend hohe Folgekosten inklusive.

Übrigens sorgt zu viel industrieller Zucker bekanntermaßen für Heißhungerattacken. Verdauter Zucker wird (als Glukose) in die Zellen transportiert. Dazu benötigt der Körper entsprechend viel Insulin, der Blutzuckerspiegel steigt sprunghaft an. Da auch nach dem Transport der Glukose Insulin im Blut verbleibt, reagiert der Körper mit einem Hungersignal. Sinnvoll sind also stets Lebensmittel, die den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen lassen. Auf manche alternative Süßungsmittel trifft das tatsächlich zu.

Wie viel Zucker darf es pro Tag sein?

Grundsätzlich gilt als Richtwert, dass nicht mehr als maximal 50 Gramm freier Zucker am Tag zugeführt werden sollten. Das sind weniger als 10 % der Gesamtenergiezufuhr, bezogen auf 2000 kcal/Tag. Unter freiem Zucker werden sämtliche zugefügten Zuckerarten verstanden, aber auch solche, die natürlich vorkommen – etwa in Honig, Sirup, Obst oder Fruchtsaft.

Diesen Richtwert postulieren sowohl die WHO (Weltgesundheitsorganisation) sowie DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung), DAG (Deutsche Adipositas-Gesellschaft) und DDG (Deutsche Diabetes Gesellschaft). Die maximale Zufuhr von 50 Gramm Zucker ist zudem ausdrücklich NICHT als Empfehlung zu sehen, sondern als Obergrenze, die es zu unterschreiten gilt. Die WHO empfiehlt darüber hinaus, diesen Wert im Idealfall sogar unter 25 Gramm zu halten.

Vorsicht vor verstecktem Zucker

Vor allem der erwähnte versteckte Zucker sorgt dafür, dass viele Menschen ihren Zuckerkonsum überdenken. Grundsätzlich ist Zucker in vielen Lebensmitteln natürlich vorhanden, denkt man etwa an Frucht- oder Milchzucker. Problematischer ist es, wenn eigentlich zuckerarmen Lebensmitteln Zucker zugesetzt wird, um Geschmack oder Konsistenz zu verändern. Zucker ist nicht nur ein preiswerter Füllstoff, er dient auch als Geschmacksverstärker, was viele Unternehmen für sich nutzen. So sind industriell hergestellten Lebensmitteln häufig bedenkliche Mengen Zucker zugesetzt.

Solche Zuckerzusätze sind dabei alles andere als sofort ersichtlich. Häufig können sie namentlich nicht leicht zugeordnet werden beziehungsweise ordnet man sie fälschlicherweise als „gesund“ ein (Gerstenmalz, Malzextrakt, Glukose, Maltose, Dextrose,…). Nachdem Zutaten außerdem nach absteigender Menge sortiert angegeben werden müssen, kommen häufig verschiedene Zuckerzusätze zum Einsatz. Auf den ersten Blick sticht der gesamte Zuckergehalt somit nicht ins Auge.

Darüber hinaus problematisch: Nur Haushaltszucker muss in der Nährwerttabelle ausgewiesen werden, alternative Süßungsmittel nicht. Auch das macht den tatsächlichen Zuckergehalt eines Produktes schwer erkennbar.

Weitere Informationen zu verstecktem Zucker in Lebensmitteln

Alternative Süßungsmittel auf dem Vormarsch

Aufgrund des schlechten Rufs, der Haushaltszucker anheftet, greifen immer mehr Menschen zu vermeintlich gesundem Zuckerersatz. Ob alternative Süßungsmittel tatsächlich so gesund sind, wie oftmals assoziiert wird, sei dahingestellt. Was aber sind die Gründe, dass Zuckerersatz so boomt?

Zuckeralternativen sagt man häufig nach, besonders naturbelassen und gesundheitsfördernd zu sein. Demnach würden sie eine natürliche Alternative zu Haushaltszucker darstellen. Vor allem pflanzliche Süßungsmittel seien kaum industriell verarbeitet und würden daher vermehrt Nährstoffe enthalten – so die häufige Annahme.

Auch der Wunsch nach einer kalorienarmen Ernährungsweise, lässt viele Menschen nach Zuckeralternativen suchen. Hier sind vor allem Zuckeraustauschstoffe wie die Zuckeralkohole Xylit, Erythrit oder Sorbit gefragt, aber auch künstliche Süßstoffe wie etwa Aspartam (E951).

Nicht zuletzt greifen Konsumenten manchmal auch zu alternativen Süßungsmitteln, weil sie schlicht und ergreifend deren Geschmack mögen.

Welche Vorteile bieten Zuckeralternativen?

Je nach gewähltem Zuckerersatz kann es durchaus Vorteile gegenüber herkömmlichem Haushaltszucker geben. Schwierig wird es dann, wenn sämtliche alternative Süßungsmittel über einen Kamm geschert werden und man Vorzüge assoziiert, die im Einzelfall nicht gegeben sind. Eine individuelle Betrachtungsweise ist hier unbedingt notwendig.

Wesentliche Vorteile, die im Hinblick auf Zuckerersatz häufig diskutiert werden, sind unter anderem der Nährstoffgehalt, stärkere Süßungskraft, geschmackliche Variation sowie eine gewisse Naturbelassenheit. Auch der glykämische Index ist relevant. Dieser beschreibt die Wirkung auf den Blutzuckerspiegel, also wie rasch dieser ansteigt. Alternative Süßungsmittel, die den Insulinspiegel nur langsam ansteigen lassen (glykämischer Index unter 50), sind in jedem Fall sinnvoll.

Ist Zuckerersatz tatsächlich gesünder als Haushaltszucker?

Die Frage, ob Zuckerersatz nun tatsächlich gesünder als Haushaltszucker ist, lässt sich anhand von Verallgemeinerungen nicht beantworten. Zuckeralternativen sind individuell unterschiedlich. Einen bestimmten Vorteil, der sie alle eint, den gibt es nicht. Vor- und Nachteile müssen demnach jeweils gegeneinander abgewogen sowie einzelne Aspekte, die den entsprechenden Zuckerersatz ausmachen, in den Blick genommen werden.

Wichtig ist es, nicht zu generalisieren. Manche Vorzüge, die man alternativen Süßungsmitteln zuspricht, stellen sich bei näherer Betrachtung als Irrglaube heraus. Klassisch hierfür ist etwa der vermeintlich hohe Nährstoffgehalt. Es stimmt zwar, dass vor allem pflanzliche Alternativen zu Haushaltszucker (Honig, Agaven- oder Ahornsirup etwa) Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente sowie sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, ins Gewicht fallen diese aber nicht. Damit der Nährstoffgehalt solcher Zuckeralternativen tatsächlich Wirkung zeigen könnte, müssten diese nämlich in gigantischem Ausmaß konsumiert werden. Somit liefern viele alternative Süßungsmittel ähnlich leere Kalorien wie gewöhnlicher Haushaltszucker – zu entsprechend höheren Preisen.

Darüber hinaus ist ein als natürlich beworbener Zuckerersatz nicht zwingend tatsächlich naturbelassen. Häufig findet sehr wohl eine entsprechende Verarbeitung statt. Ein gutes Beispiel hierfür ist Stevia. Neben der Produktionsweise sind immer auch Transportwege zu berücksichtigen. Gerade Agaven- oder Ahornsirup haftet etwa ein nicht unbedenklicher CO2-Fußabdruck an.

Nicht zuletzt ist zu bedenken, dass Zuckeralternativen nicht zwingend kalorienarm sind. Manche weisen zudem einen recht hohen glykämischen Index auf. Das kann nicht nur Heißhungerattacken nach sich ziehen, solche Produkte sind darüber hinaus für Diabetiker ungeeignet.

Die beliebtesten Zuckeralternativen im Überblick

Agavendicksaft

Agavendicksaft oder -sirup stammt aus Südamerika, wo es aus dem Saft von Agavengewächsen gewonnen wird. Dieser wird stetig erhitzt, wobei die dazu verwendete Temperatur stetig unter 50 Grad bleiben muss. Je länger Agavendicksaft eingedickt wird, desto dünkler fällt er aus.

Konsistenz und Geschmack von Agavendicksaft

Agavendicksaft weist einen süßen, karamellartigen Geschmack auf. Je länger der Sirup eingedickt wird, desto stärker fällt sein Aroma aus. Dabei verfügt Agavendicksaft über eine gute Süßungskraft. Diese liegt sogar noch vor Haushaltszucker. So kann man 125 Gramm raffinierten Zucker durch etwa 100 Gramm Agavensirup ersetzen.

Durch die sirupartige Konsistenz lässt sich Agavendicksaft hervorragend verarbeiten. Dabei wird er in der Regel auch nicht fest, wie das etwa bei Honig der Fall sein kann.

So wirkt Agavendicksaft im Körper

Agavensirup als Naturprodukt enthält Mineralstoffe, Spurenelemente sowie sekundäre Pflanzenstoffe – allerdings nur in geringem Ausmaß. Durch den sehr hohen Anteil an Fruktose lässt Agavendicksaft den Blutzuckerspiegel langsam ansteigen – ein echter Vorteil.

Agavendicksaft als Zuckerersatz

Als Zuckerersatz kommt Agavendicksaft vor allem zum Süßen von Joghurt, Cerealien oder Desserts zum Einsatz. Vegan lebende Menschen verwenden ihn zudem gerne als Honigersatz. Agavensirup hat einen sehr niedrigen glykämischen Index (20 %), was durchaus geschätzt wird. Zudem lässt er sich durch seine Konsistenz hervorragend verarbeiten und ist lange haltbar. Dabei hat er sogar etwas weniger Kalorien als herkömmlicher Haushaltszucker

Zum Kochen und Backen eignet sich Agavendicksaft aber nur bedingt. So lässt er Teige nicht richtig fest werden und führt zu einer recht starken Braunfärbung. Auch die beinhalteten Mengen an Fruchtzucker sind kritisch zu sehen, etwa bei bestehender Intoleranz. Agavensirup weist zwar Nährstoffe auf, diese sind – vorausgesetzt man nimmt die Zuckeralternative in normalen Mengen zu sich – allerdings nicht der Rede wert. Zu bedenken ist außerdem, dass Agavensirup nicht regional erhältlich ist. Lange Transportwege sind Standard, was für einen gewissen CO2-Fußabdruck sorgt.

Kokosblütenzucker

Kokosblütenzucker – auch Kokoszucker oder Palmzucker – wird aus dem Saft der Blütenknospe der Kokospalme (Arenga-Palme) gewonnen. Dieser wird aufgekocht, sodass kleine Kokosblütenkristalle entstehen. Anschließend wird Kokosblütenzucker getrocknet, gesiebt und gemahlen.

Konsistenz und Geschmack von Kokosblütenzucker

Die Konsistenz von Kokosblütenzucker erinnert an Feinkristallzucker. Anders als sein Name vermuten lässt, schmeckt er aber nicht nach Kokos, sondern weist eine angenehme Karamellnote auf. Die Süßkraft von Kokoszucker entspricht jener von herkömmlichem Haushaltszucker.

So wirkt Kokosblütenzucker im Körper

Zwar weist Kokosblütenzucker kaum weniger Kalorien als Haushaltszucker auf, Vorteil ist allerdings der niedrige glykämische Index. Somit ist dieser Zuckerersatz für Diabetiker geeignet und zügelt Heißhungerattacken.

Kokosblütenzucker als Zuckerersatz

Palmzucker wird sehr gerne zum Süßen von Desserts, Heißgetränken oder Cocktails verwendet. Auch zum Kochen kann man ihn nutzen, muss aber bedenken, dass er sich etwas schlechter auflöst als herkömmlicher Zucker. Zum Backen eignet sich Kokosblütenzucker weniger, da er zum Klumpen neigt.

Da die Zuckeralternative rein pflanzlich ist, eignet sie sich für Veganer gut. Dass sie den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen lässt, ist ein weiterer Vorteil. Auch sind Mineralstoffe, Antioxidantien und Aminosäuren vorhanden, allerdings in kaum nennenswerten Mengen.

Berücksichtigt muss werden, dass Palmzucker nicht regional erhältlich ist, sondern in der Regel aus Südostasien stammt. Ein entsprechender CO2-Fußabdruck ist also vorhanden. Wenigstens aber kann die Arenga-Palme nicht in Monokulturen angebaut werden, was eine Biodiversität in den Herkunftsländern garantiert (im Gegensatz zu Palmöl).

Kokosblütenzucker ist eine ähnlich Kalorienbombe wie gewöhnlicher Haushaltszucker, dabei aber mit einem stolzen Kilopreis von etwa 20 Euro unverhältnismäßig teurer.

Honig

Honig wird von Bienen aus Blütennektar und anderen Stoffen produziert und vom Menschen seit Ewigkeiten verwendet. Er stellt das allererste Süßungsmittel überhaupt dar, war er doch schon verfügbar, lange bevor Zucker industriell hergestellt werden konnte. Je nach Sorte sind verschiedene Zuckerarten beinhaltet, vorrangig jedoch Glukose und Fruktose. Der Wassergehalt ist recht hoch.

Konsistenz und Geschmack von Honig

Es gibt eine Fülle verschiedener Honigsorten, woraus sich entsprechende Variationen in Geschmack und Konsistenz ergeben. Aufgrund des hohen Gehalts von Zucker und Wasser, ist Honig gut haltbar. Er enthält in der Regel viel Glukose, wodurch der Insulinspiegel ähnlich rasch ansteigt wie bei Haushaltszucker.

So wirkt Honig im Körper

Honig beinhaltet Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die jedoch – wie bei anderen natürlichen Zuckeralternativen – erst beim Verzehr übermäßiger Mengen gesundheitliche Relevanz erlangen würden. Jedoch sind im Honig auch Stoffe wie Enzyme oder Pollen vorhanden, weshalb ihm etwa eine antibakterielle sowie entzündungshemmende Wirkung nachgesagt wird. So unterstützt Honig nicht nur das Immunsystem, es kann auch bestehende Pollenallergien verbessern – regionale Produkte vorausgesetzt. Für Kinder unter einem Jahr ist Honig allerdings tabu.

Honig als Zuckerersatz

Honig wird sehr gerne zum allgemeinen Süßen, als Brotaufstrich und auch zum Backen und Kochen genutzt. Er hat etwas weniger Kalorien als herkömmlicher Haushaltszucker, dabei aber etwas mehr Süßkraft. Für vegan lebende Mensch sowie Babys ist Honig nicht geeignet. Außerdem muss bedacht werden, dass durch Erhitzen von Honig wertvolle Inhaltsstoffe verloren gehen. Auf regionale Produkte sollte stets geachtet werden.

Ahornsirup

Ahornsirup besteht aus Ahornsaft, der über Löcher in der Baumrinde des Ahornbaums gewonnen wird. Der Saft wird so lange eingedickt, bis der bekannte Sirup entsteht. Dabei ergeben etwa 40 Liter Saft einen Liter Sirup. Ahornsirup enthält hauptsächlich Saccharose und Fruktose. Außerdem ist ein sehr hoher Wassergehalt (fast 50 %) vorhanden.

Konsistenz und Geschmack von Ahornsirup

Je nachdem wie lange Ahornsirup eingedickt wird, nimmt er dünn- bis zähflüssige Konsistenz an. Auch Färbung (bernsteinfarben bis rotbraun) und geschmackliche Intensität verändern sich mit der Dauer des Eindickens. Demnach werden bei Ahornsirup verschiedene Grade (AA-D) unterschieden. Mag die Konsistenz auch häufig mit Honig verglichen werden, weist Ahornsirup doch einen stärkeren Eigengeschmack auf. Dieser kann am ehesten als leicht nussig beschrieben werden.

So wirkt Ahornsirup im Körper

Ahornsirup ist ein Naturprodukt und enthält als solches Vitamine, Mineralstoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe in geringen Mengen. Vernachlässigt werden darf nicht, dass viel Saccharose vorhanden ist. So hat Ahornsirup zwar einen niedrigeren glykämischen Index als Haushaltszucker, für Diabetiker ist er aber nur bedingt geeignet.

Ahornsirup als Zuckerersatz

Ahornsirup wird bekanntermaßen gerne zum Süßen von Desserts verwendet, doch auch zum Kochen (Saucen, Suppen, Dressings) kann man ihn gut verwenden. Seine Süßkraft ist etwas geringer als die des Haushaltszuckers und er schlägt mit etwas weniger Kalorien zu Buche. Dies ist aber nicht zuletzt dem hohen Wassergehalt geschuldet.

Problematisch an Ahornsirup als Zuckerersatz sind die langen Transportwege. Dadurch, dass er hauptsächlich aus Kanada und China importiert wird, ist der CO2-Fußabdruck entsprechend hoch. Außerdem lässt Ahornsirup den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen.

Stevia

Stevia besteht aus verschiedenen Steviaglycosiden, die aus einer bestimmten Pflanze, Stevia rebaudiana, gewonnen werden. Seinen Ursprung hat das – auch als Süß- oder Honigkraut bezeichnete – Gewächs in Südamerika. Seit 2011 ist Stevia in Deutschland ganz offiziell als Süßstoff zugelassen. Es verbirgt sich hinter dem Kürzel E960.

Konsistenz und Geschmack von Stevia

Stevia ist bei uns in der Regel als Pulver, in Kapselform oder auch als Flüssigkonzentrat erhältlich. Seine Süßkraft erreicht ein Vielfaches jener von herkömmlichem Haushaltszucker. So ist Stevia etwa 300 Mal süßer als raffinierter Zucker. Vor allem in größeren Mengen haftet ihm ein recht starker Eigengeschmack an. Dieser wird als bitter bis leicht lakritzartig beschrieben.

So wirkt Stevia im Körper

Stevia verfügt über eine extrem hohe Süßkraft, weswegen schon kleine Mengen reichen, um Zucker zu ersetzen. Darüber hinaus hat es keinerlei Kalorien – für figurbewusste Menschen ein echter Vorteil. Dadurch, dass Stevia einen glykämischen Index von Null aufweist, ist es auch für Diabetiker gut geeignet. Außerdem greift Stevia – im Gegensatz zu herkömmlichem Haushaltszucker – die Zähne nicht an.

Stevia als Zuckerersatz

Als Zuckerersatz wird Stevia vorwiegend als Pulver oder Konzentrat verwendet. Man nutzt es gerne, um Getränke und Lebensmittel zu süßen. Nachdem Stevia perfekt hitzebeständig ist, eignet es sich theoretisch zum Kochen und Backen. In der Praxis muss hier aber bedacht werden, dass der Eigengeschmack recht intensiv ausfällt, was nicht jedermanns Sache ist. Außerdem verleiht Stevia Backwaren in der Regel zu wenig Fülle.

Auch wenn Stevia rebaudiana eine Pflanze ist, die durchaus in Bio-Qualität vorhanden sein kann – Stevia als Süßungsmittel ist nicht naturbelassen. So wird das Gewächs zwar als Produktionsgrundlage genutzt, die Herstellung selbst erfolgt aber industriell mit Hilfe komplexer chemischer Prozesse. Ein Großteil der Stevia-Produkte, die den deutschen Markt bevölkern, stammt aus China. Dadurch ergibt sich ein entsprechend großer CO2-Fußabdruck.

Darüber hinaus ist es ratsam, Stevia-Produkte genau unter die Lupe zu nehmen. Nicht selten wird nämlich handelsüblicher Haushaltszucker beigemischt, was sich dann natürlich auf die Kalorienzahl auswirkt.

Birkenzucker

Birkenzucker begegnet uns auch unter den Namen Xylit oder Xucker. Es handelt sich dabei um einen pflanzlichen Zuckeraustauschstoff, der zu den Zuckeralkoholen zählt. Seine Herstellung ist relativ aufwändig. Grundlage bilden Pflanzenfasern, aus denen Xylose (Holzzucker) gewonnen wird. Solche sind vor allem Birken- oder Buchenholz sowie Mais. Birkenzucker gehört zu den natürlichen Süßungsmitteln.

Konsistenz und Geschmack von Birkenzucker

Birkenzucker ist unserem Haushaltszucker in Aussehen, Geschmack und Konsistenz recht ähnlich. Ebenfalls weist er eine entsprechende Süßkraft auf, allerdings bei viel weniger Kalorien. Im Mund sorgt Xylit für ein gewisses Frischegefühl, denn es entzieht seiner Umgebung Wärme.

So wirkt Birkenzucker im Körper

Obwohl Birkenzucker ähnlich süß wie Haushaltszucker schmeckt, hat er nur halb so viele Kalorien. Ernährungsbewussten Menschen kommt das sehr entgegen. Zudem lässt Xylit den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen, weshalb er sich gut für Diabetiker eignet.

Darüber hinaus weist Xylit antikariogene Wirkung auf. Bakterien im Mundraum können ihn nicht zu Säure verstoffwechseln, weshalb Birkenzucker den Zähnen nicht schadet. Im Gegenteil, Kaugummi, Zahnpasta oder Mundwasser werden aus gesundheitlichen Gründen oftmals mit Xylit angereichert.

Darmbakterien bauen Birkenzucker übrigens relativ rasch ab, weshalb er leicht abführend wirken kann. Vor allem bei übermäßigem Genuss kommt das vor.

Birkenzucker als Zuckerersatz

Birkenzucker wird gerne als Zuckerersatz verwendet, weil er weniger Kalorien aufweist und den Insulinspiegel nur langsam ansteigen lässt. Darüber hinaus lässt er sich 1:1 ersetzen und macht sich sowohl beim Süßen von Getränken und Desserts, als auch beim Kochen und Backen gut. Lediglich für Hefeteige ist er nicht geeignet. Da Xylit keinen starken Eigengeschmack hat, unterscheidet er sich diesbezüglich wenig von herkömmlichem Haushaltszucker.

Nicht vernachlässigt werden darf, dass Xylit zwar auf einem natürlichen Rohstoff basiert, allerdings mit viel Aufwand chemisch produziert wird. Auch nutzt man dazu nicht – wie der Name falsch suggeriert – zwangsläufig Bestandteile der Birke, sondern vorwiegend Mais. Nicht immer lässt sich hier leicht feststellen, inwieweit gentechnische Veränderungen stattgefunden haben. Auch die mitunter langen Transportwege sind zu berücksichtigen.

Im Gegensatz zu raffiniertem Haushaltszucker schlägt Birkenzucker mit etwa 15-20 Euro pro Kilogramm deutlich zu Buche.

Erythrit

Auch bei Erythrit handelt sich um einen pflanzlichen Zuckeraustauschstoff, der zu den Zuckeralkoholen zählt. Erythrit kommt natürlich in verschiedenem Obst, Wein oder Käse vor, wird industriell allerdings durch Fermentierung hergestellt. Erythrit begegnet uns manchmal auch unter dem Namen Xucker light.

Konsistenz und Geschmack von Erythrit

Die Konsistenz von Erythrit entspricht jener von Zucker. Im Geschmack ist es etwas milder und weist dabei etwa 70 % der Süßkraft von herkömmlichem Haushaltszucker auf. Um diesen zu ersetzen, muss also etwas mehr Erythrit verwendet werden.

So wirkt Erythrit im Körper

Nachdem Erythrit nicht verstoffwechselt wird, nimmt es keinerlei Einfluss auf den Insulinspiegel und hat zudem so gut wie keine Kalorien. Da wundert es nicht, dass es bei Ernährungsbewussten und Diabetikern gerne zum Einsatz kommt. Ebenso wie Xylit ist auch Erythrit ausgesprochen zahnfreundlich, weil es von Bakterien nicht in Säure verwandelt werden kann.

Zwar ist Erythrit im Grunde genommen recht verträglich, bei übermäßigem Gebrauch kann es aber abführend und blähend wirken.

Erythrit als Zuckerersatz

Erythrit ist Zucker zum Verwechseln ähnlich und kann entsprechend breitgefächert verwendet werden. So kommt es zum Süßen von Getränken und Desserts ebenso gerne zum Einsatz wie zum Kochen und Backen. Es ist mild im Geschmack, hitzebeständig und löst sich leicht. Nachdem es etwas weniger süß als Zucker schmeckt, muss ein bisschen mehr Erythrit verwendet werden.

Von großem Vorteil ist, dass Erythrit den Insulinspiegel nicht ansteigen lässt und nahezu keine Kalorien beinhaltet. Das macht es als Zuckeralternative beliebt. Durch die entsprechend aufwändige Herstellung ist es allerdings auch recht teuer (etwa 15 Euro/Kilogramm). Darüber hinaus kann es bei übermäßigem Gebrauch Magen-Darm-Probleme verursachen.

Da zur Herstellung als Grundprodukt auch hier häufig Mais verwendet wird, ist es wichtig beim Kauf von Erythrit auf entsprechende Qualität zu achten. So können gentechnisch veränderte Produkte ausgeschlossen werden. Zu bedenken sind außerdem die zum Teil sehr langen Transportwege.

Zucker möglichst aus dem Ernährungsplan zu streichen, liegt klar im Trend. Wer sich nach alternativen Süßungsmitteln umsieht, sollte sich diese allerdings genauer anschauen um weitere Zuckerfallen zu vermeiden. Auch aufwendige Herstellungsverfahren und lange Transportwege sollten der Umwelt zuliebe bei der Wahl berücksichtigt werden.

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